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Ostholsteiner Anzeiger

02. Dezember 2016 | 21:11 Uhr

„Die Landesgartenschau war ein Erfolg“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Gastronomie hat direkt profitiert / Einzelhandel zeigt sich zufrieden und hofft auf die wiederkehrenden Besucher in den Folgejahren

In drei Wochen ist
die Landesgartenschau – das Großereignis Eutins – bereits vorbei. Die Erwartungen der Gewerbetreibenden der Stadt waren hoch, geschürt durch Prognosen von Besucherzahlen, die sich nicht erfüllen werden. Welches Fazit ziehen Händler und Gastronomen kurz vor Toresschluss? Der Ostholsteiner Anzeiger hat nachgefragt.

„Es war eines der stärksten Jahre“, sagte Brauhaus-Chef Marcus Gutzeit, seine Erwartungen seien voll erfüllt worden. Der Anfang sei eher schleppend gewesen, danach sei es aber „richtig losgegangen“. Deutlich mehr Kunden als die letzten Jahre hätten sich im „Brauhaus“ eingefunden. Dies sei aber nicht nur der LGS zu verdanken, auch der Strand-Tourismus habe dabei eine Rolle gespielt, so Gutzeit. „Wir können alle froh sein, dass die LGS in Eutin war“, resümierte er. Trotzdem finde er es schade, dass der Einzelhandel davon nicht profitiert habe. Zu den Glücklichen am Platz zählt auch Markt-17-Betreiber Achim Lembke. Seine Mitarbeiter und er haben „wirklich viel zu tun“ gehabt.

„Weingeist“-Inhaber Stefan Knorr habe eher den langfristigen Benefit im Auge: „Ziel muss es sein, dass die Besucher Eutin jetzt als sympathische Stadt mit sympathischen Läden wahrnehmen.“ Es seien deutlich mehr Personen in der Stadt gewesen, sodass auch sein Geschäft davon profitieren konnte. Dafür habe er aber auch einige Anpassungen vorgenommen, so Knorr. Mit Blumen vor dem Laden habe er versucht Aufmerksamkeit zu erregen. Auch ein spezieller LGS–Wein sowie LGS-Schokolade wurden in die Produktpalette als Andenken für die Besucher mit aufgenommen. „Diese Strategie ist gut aufgegangen“, erklärte Knorr. Es sei dankbar, dass die Stadt den Mut hatte, das Projekt anzugehen.

Tim Dreyer von Piconaja-Men habe sich gewünscht, dass die Innenstadt besser integriert gewesen wäre, ein attraktiverer Stadtkern hätte ein besseres Bild abgegeben, sodass vielleicht der ein oder andere den Weg nochmal in die Stadt gesucht hätte. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass die LGS-Besucher nicht zu seiner Zielgruppe gehören. Von der Steigerung des Kaufs in der Innenstadt habe er deshalb nur wenig bis gar keinen Nutzen ziehen können.

Regine Mix von Cable Car Clothiers ist zufrieden mit dem Ergebnis: „Es ist zwar nicht direkt meine Zielgruppe gewesen, aber unterm Strich bin ich zufrieden. Aber dafür mussten wir auch die Sonntage mit aufhaben.“ Die Öffnungszeiten am Wochenende habe sie erst nach der Abreise des letzten Ferienlandes in diesem Monat etwas zurückgeschraubt. „Die LGS war gut für die Stadt, gerade auch bei allem, was für die Kinder entstanden ist und was bleibt. Das hätten wir ohne doch nie bekommen“, betont Mix.

Auf die Frage, ob er gehofft habe, dass seine Buchhandlung durch die Landesgartenschau profitiere, antwortete Inhaber Jan Hoffmann: „Homöopathisch, wir haben schon gehofft, dass der eine oder andere Besucher nochmal eine Zeitung mitnimmt.“ Doch das sei leider überwiegend nicht der Fall gewesen: „Die Leute kommen platt und verschwitzt von der LGS, die wollen nach Hause und nicht in die Stadt.“ Angesichts der vorher angekündigten Besucherzahl von 600  000 habe
er sich trotzdem mehr versprochen. Über die Landesgartenschau an sich könne
er jedoch nichts Schlechtes sagen, zudem sei es auch schwer, die ganze Sache aus einer „neutralen Brille“ zu betrachten. Es sei ihm jedoch aufgefallen, dass die Shuttle-Busse die Besucher zu den Eingängen um die Stadt herumfahren. So hätten sie gar kein Anlass, sich mal die Läden in der Stadt anzusehen.

Auch das Fazit von WVE-Vorsitzendem Klaus Hoth fiel positiv aus: „Auch wenn die wirtschaftlichen Erwartungen nicht erfüllt wurden und der Einzelhandel nicht so profitiert hat, wie es erhofft wurde, so ist die Landesgartenschau doch ein voller Erfolg, denn wir hoffen, dass die zahlreichen Besucher, die jetzt schöne Erlebnisse mit Eutin verbinden, natürlich wiederkommen. Und dann haben wir alle gut davon.“

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erstellt am 07.Sep.2016 | 14:10 Uhr

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