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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 05:11 Uhr

Die Gewalt nimmt nicht ab

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Aufklärung in Sachen „Häusliche Gewalt“: In Eutin wurden kostenlose Brötchen in besonderen Tüten verteilt

Allen Kampagnen zum Trotz gibt es offenbar keinen positiven Trend im Bereich häusliche Gewalt: „Unsere 15 Betten sind durchgängig das ganze Jahr belegt, fast 80 Frauen und Kinder nehmen wir im Jahr auf“, sagt Christa Feigl vom Frauenhaus Ostholstein. Sie war am Sonnabend wieder dabei, als auf dem Wochenmarkt kostenlose Brötchen verteilt wurden – in besonders bedruckten Tüten.

Christa Feigl, Gabriele Pfingsten vom Frauennotruf, Polizeioberkommissar Ralf Hoffschildt vom Eutiner Bezirksrevier, die Eutiner Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich, Annegret Schmidt von der Bäckerei Klausberger und Bürgermeister Carsten Behnk brachten 400 Brötchen unter die Leute und sprachen Menschen auf das Thema an, wobei auf den Tüten auch Telefonnummern und Internetadressen für Hilfesuchende gedruckt waren. Brötchen und Tüten waren auch bei dieser 13. Aktion von der Bäckerei Klausberger gespendet worden.

Christa Feigls Hinweis auf anhaltend hohe Zahlen von Frauen und Kindern, die Opfer häuslicher Gewalt werden, bekräftigen Zahlen des Frauennotrufs Ostholstein: Im Jahr 2015 hätten sich 452 Frauen gemeldet, die Gewalt erlitten hätten, darunter 208 in Form häuslicher Gewalt, 139 als sexualisierte Gewalt, 73 durch Stalking. In diesem Jahr zeichneten sich vergleichbare Zahlen ab, steht in einer Pressemitteilung.

Der Europarat habe empfohlen, dass es pro 7500 Einwohnern einen Platz in einem Frauenhaus geben sollte, sagt Gudrun Dietrich. „In keinem der 16 Bundesländer wird diese Quote erreicht.“

Und die Polizei lieferte folgende Zahlen aus dem Jahr 2015 aus Schleswig-Holstein: 3280 polizeiliche Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei denen 382 Täter der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurden. 1034 Frauen flohen mit 1030 Kindern in ein Frauenhaus. Darüber hinaus kontaktierten rund 10  500 Frauen die vom Land geförderten 23 Frauenberatungsstellen.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 18:59 Uhr

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