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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 00:55 Uhr

Der erste Doppeljahrgang ist fertig

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

88 Abiturienten des Webergymnasiums haben gestern ihre Entlassung mit rund 400 Gästen gefeiert

Viele erleichterte, viele glückliche Gesichter junger Menschen strahlten gestern auf dem Schulhof des Webergymnasiums: 88 Abiturienten haben die „erste echte Hürde des Lebens geschafft“, wie Direktorin Iris Portius es in ihrer Festrede vor gut 400 Gästen formulierte.

„Sie sind der viel beschriebene, beobachtete und teils gefürchtete Doppeljahrgang“, sagte Portius. Hinter den Abiturienten, die in acht und in neun Jahren ihren Abschluss gemacht haben sowie den Lehrern liege „richtig viel Stress“, auch die Logistik und Organisation des doppelten Abiturjahrganges sei eine Herausforderung gewesen, die alle gemeistert haben – „und das sehr gut, wie ich finde“, sagte Portius. Fast alle in die Prüfungen einbezogene Lehrer haben 20 Prüfungen und mehr abnehmen müssen, hinzu kamen zahlreiche mündliche Prüfungen. Ein Novum bringe der doppelte Abiturjahrgang 2018 für das Webergymnasium, das nur noch 2017 einen Jahrgang nach acht Jahren verabschiedet und künftig das Abitur
in neun Jahren anbietet: „2018 haben wir dann gar keine Abiturienten“, sagte Portius.

Und was wären Abschiedsreden von Lehrern und Direktoren ohne pädagogische Hinweise: „Für sie als Abgänger bedeutet der doppelte Jahrgang, dass Sie in Zukunft auf doppelt so viele Bewerber treffen und die Töne jetzt rauer werden, als sie es bisher gewohnt waren.“ Der gelösten Stimmung der Abiturienten tat das keinen Abbruch. Sie freuen sich auf ihre Zukunft und sind – „nach dem ganzen Prüfungsstress“ erst einmal froh, dass es geschafft ist.

Und was haben die jungen Menschen jetzt vor? „Ich möchte Operngesang studieren“, sagte Tabea Wilkens (19). Sie will sich in Lübeck, Hannover, Köln und Berlin bewerben – „und dann mal schauen, wo ich angenommen werde“.

Thure Kobza (18) hat von seinem Jahrgang wohl am wenigsten Urlaub. Während die einen erstmal die Sachen für die große Reise packen, tritt er schon am Montag seinen Dienst bei der Bundeswehr an – „für die nächsten 13 Jahre“. Er freue sich drauf.

Hauke Montag (19) arbeitet derzeit noch als Eisverkäufer bei der LGS, will danach aber ein halbes Jahr ins Ausland „nach Kanada“.

Inga Spiegel (19) beginnt „nach ganz viel Urlaub“ ein Freiwilliges Kulturelles Jahr in Pinneberg. Und Philipp Derichs (18) will nach dem Urlaub mit dem Jura-Studium „bestenfalls in Kiel“ beginnen.

„Auf ihre Schulzeit am Webergymnasium in Eutin werden Sie später hoffentlich mit Freude zurückblicken“, sagte die stellvertretende Bürgervorsteherin Margret Möller. Möller zitierte Erich Fromm mit „Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen“. Dieses Zitat, so Möller, mag am Anfang ihrer Schulzeit gestanden haben, es lohne sich aber auch, es für die Zukunft beizubehalten. Das Lehrerkollegium wünschte den Abiturienten bei allen Entscheidungen „das notwendige Quentchen Glück“.

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erstellt am 02.Jul.2016 | 00:56 Uhr

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