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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 01:12 Uhr

Der Arche fehlt der Tüv-Segen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schiffsnachbau im Seepark darf nicht betreten werden / Heute Kinderfest

Wäre diese Arche echt und müsste sie getreu der biblischen Geschichte Tiere und Menschen aufnehmen, dann hätte Eutin schlechte Karten. Die Holzkonstruktion „Arche im Seepark“ darf nicht betreten werden – der Segen des Tüv fehlt.

„Wir müssen uns damit abfinden und stellen uns darauf ein, dass niemand die Arche betreten darf“, sagte Organisator Hinnerk Tietjen (Evangelische Allianz Eutin) gestern. Drei Wochen lang laden die Freie evangelische Gemeinde Eutin und die Leuchtfeuer-Gemeinde dazu ein, Spiel- und Bastelmöglichkeiten, bunte Mitmachaktionen und Andachten zu nutzen. Heute veranstalten die Organisatoren von 11 bis 17 Uhr ein großes Familienfest (wir berichteten). „Wir werden die Aktionen draußen vor der Arche machen“, sagte Tietjen, denn das Betreuer-Team darf den Innenraum des 15-Meter-Schiffs vorerst nur als Lagerraum nutzen. Und was, wenn der Sommer wieder eine Pause einlegt und der Regen zurückkommt? „Das wissen wir noch nicht“, sagt Tietjen.

Die zwei Gemeinden hatten die Aktion aus dem Sauerland nach Eutin geholt. Im Süden habe die Arche stets auf Gemeindegelände gestanden – auf der Landesgartenschau wurde nun erstmals eine zusätzliche Tüv-Abnahme nötig, sagte Tietjen. Der Tüv Rheinland habe aus Personal- und Zeitmangel kein grünes Licht mehr geben können. Jetzt warte man darauf, dass der Tüv hierzulande sein Okay gibt.

Eutin indes ist machtlos: „Tüv ist Tüv. Von Seiten der Stadt ist da nichts zu machen“, sagte Bürgervorsteher Dieter Holst.

Wenn auch der Tüv-Stempel fehlt: Den kirchlichen Segen hat die Aktion gestern Nachmittag erhalten. Peter Barz, Propst des Kirchenkreises Ostholstein, sprach einleitende Worte. Und verwies dabei darauf, dass „die Geschichte der Arche keine schöne ist“ – Barz meinte jedoch das biblische Vorbild, das rund um Zerstörung und Verderben in See stach. Dennoch passten seine Worte auch auf die Situation der Arche in Eutin: „Die Arche ist ein Ort zum Nachdenken über unser aller Verhalten.“ Vielleicht fühlt sich ja auch der Tüv angesprochen  ...

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erstellt am 22.Jul.2016 | 11:30 Uhr

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