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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 17:44 Uhr

Denkmalpflegepreis für „Verein Prinzenhaus“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der mit 5000 Euro dotierte Kulturpreis der Richard-Anders-Stiftung geht 2016 an den Verein „Prinzenhaus zu Plön“. Die Stiftung will damit den langjährigen, engagierten Einsatz des Vereins zur Erhaltung des Rokoko-Juwels würdigen, das privat und öffentlich genutzt werden kann.

Das im Schlossgebiet zum Schlossgarten gelegene Prinzenhaus wurde 1750 als Lusthaus für Herzog Friedrich Carl errichtet und zählt heute zu den herausragenden Beispielen der Architektur seiner Zeit. „Das war nicht immer so“, erinnert der Hohenfelder Unternehmer Richard Anders bei der Preisübergabe. Es gab eine Zeit, da wusste die Stadt nichts damit anzufangen. Nach der Umsiedlung der Internatsschüler drohte dem Haus der Verfall durch jahrelangen Leerstand. „1998 stand das Haus zum Verkauf als ich von der Stadt angesprochen wurde, ob ich es nicht kaufen wollte“, schmunzelte Anders. So recht wollte er nicht Schlossherr werden. Deshalb war er froh, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Immobilie erwarb.

Mehrere Millionen flossen seitdem in ihre Renovierung. Heute zeichnet sie sich durch prachtvolle Innendekorationen aus geschnitztem Wandpaneel, Stuckdekorationen und Gemälde aus. Und Anders ist froh, das „Prinzenhaus“ nicht erworben zu haben. Das Preisgeld will der Verein nun für die Anschaffung von dekorativen Stühlen für private Hochzeitsfeiern nutzen.

„Als die Fenster letztlich vernagelt waren, wurde im Bürgertum Plöns die Idee befeuert, das einzigartige Gebäude zu retten“, sagte Landeskonservator Dr. Michael Paarmann. Drei Jahre habe die Sanierung gedauert und sei ein mehr als gutes Beispiel dafür, was man erreichen könne, wenn alle mitzögen.

Es sei in der Tat „so gut gelaufen, wie man es sich nicht hätte erträumen können“, freute sich auch die Vereinsvorsitzende Dr. Silke Hunzinger, über den Zusammenschluss all derer, die sich vor Ort bereits langjährig für das Prinzenhaus engagiert haben. Einen weiteren Schwerpunkt sieht der Verein in der Anschaffung und Restaurierung von historischem sowie modernem Mobiliar.

„Kultur muss man erleben, dann bekommt man auch ein Gespür dafür, diese zu schätzen. Das hält Kultur lebendig“, fasste Plöns Landrätin Stephanie Ladwig zusammen, wohlwissend, dass man in Plön nicht immer so gedacht hat.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 14:05 Uhr

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