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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

Den Parksündern auf der Spur

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Patrouillengang“ in Plön: Der Sozialverband Deutschland macht auf den Missbrauch von Behindertenparkplätzen aufmerksam

Der vom Sozialverband Deutschland (SOVD) initiierte und landesweite Aktionstag mit dem Motto „Sie haben meinen Parkplatz! Wollen Sie auch meine Behinderung?“ wollte gestern auf den Missbrauch der eigens für Menschen mit Gehbehinderung geschaffenen Parkplätze hinweisen. Auch die SOVD-Ortsverbände Plön und Malente haben sich mobilisiert, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Hans-Jürgen Kreuzburg, Vorsitzender des Ortsverbandes Plön, erklärte bei einem „Patrouillengang“ durch die Plöner Innenstadt, dass man die Menschen sensibilisieren müsse. Es sei nicht Sinn und Zweck die Leute zu verunglimpfen, betonte er weiter. Jeden Tag sehe er aber, dass Leute die Parkplätze nutzen, ohne eine entsprechende Berechtigung dafür zu haben. Denn nur Menschen, mit einer amtlich anerkannten Behinderung, stehe es zu, auf diesen Plätzen ihr Auto zu parken. Ausschließlich der blaue Parkausweis mit dem Rollstuhlfahrersymbol berechtige dazu.

Ute Wacks, Beisitzerin des Ortsverbands und Behindertenbeauftragte, wies auf ein weiteres Problem hin. In Plön gebe es gehäuft Behindertenparkplätze, die ungünstig positioniert oder zu schmal seien. „Wie soll denn da jemand mit einen Rollstuhl aus dem Auto holen können?“, fragte Wacks und zeigte in Richtung eines gekennzeichneten Parkplatzes.

Vorsitzender Kreuzburg erklärte, dass ein neues Gesetz in der Straßenverkehrsordnung die Breite der Behindertenparkplätze vorschreibe. Neue Parkplätze seien deshalb in der Regel größer, bei älteren Plätzen sei das leider nicht der Fall.

Beim Rundgang konnte sogar ein Falschparker in flagranti ertappt werden. Der Fahrer schien keine Mobilitäts- oder sonstige Einschränkungen zu haben, als er aus seinem Wagen ausstieg, der jetzt auf einem Parkplatz für Behinderte stand – trotzdem lag ein blauer Ausweis hinter der Windschutzscheibe. Die sofortige Vermutung von Kreuzberg: Unberechtigtes Führen eines Parkausweises für Behinderte. Dies sei ein weiteres Problem erklärte er, „alte, abgelaufene Ausweise werden nicht zurückgefordert.“ Es komme häufig vor, dass die Leute die Ausweise von Freunden , Verwandten oder sogar von verstorbenen Angehörigen nutzen. „Auf den alten Ausweisen stehen ja keine Namen drauf“, fügte er hinzu. So etwas sei „besonders schlimm“, urteilte der Vorsitzende weiter.

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erstellt am 26.Aug.2016 | 17:16 Uhr

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