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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 21:31 Uhr

Landesgartenschau 2016: Eutin : „Das akustische Eutiner Gedächtnis“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

An acht Stelen rund um den Eutiner See gibt es jetzt Zeitzeugeninterviews zu hören.

„Der Todeshang“ hieß der Hügel im Schlossgarten bei den Kindern. Zumindest im Winter, wenn gerodelt wurde. Aber der Park hatte noch mehr zu bieten: „Im Herbst haben wir hier immer Kastanien gesammelt“, sagt Regina Poersch.

Private Erinnerungen wie diese sind jetzt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Und das direkt an dem Ort, an dem sie einst geboren wurden. Acht solarbetriebene Hörstationen im Seepark, an der Stadtbucht und im Schlossgarten öffnen per Knopfdruck ein Fenster in die Vergangenheit – Dank eines Zeitzeugenprojekts, das vor rund einem Jahr von Stadt, Landesgartenschau (LGS) und dem Heimatverband Eutin ins Leben gerufen wurde.

„Dieses Projekt hat viele Beteiligte“, sagte Bauamtsleiter Bernd Rubelt gestern bei der Vorstellung der mehr als mannshohen Stelen. Geschichte vor Ort zu erzählen sei das Ziel gewesen, so Rubelt.

Dafür haben Abiturienten der Weber-Schule Interviews mit einer Reihe von Eutinern geführt und digital mitgeschnitten. Viele dieser Zeitzeugen waren einem Aufruf des OHA , dem Medienpartner der Aktion, gefolgt. Die Gespräche wurden professionell bei einer Eutiner Produktionsfirma aufgearbeitet und auf etwa fünf Minuten Länge gebracht. Eingebettet wurden die Zeitzeugenberichte in Texte von Frank Petzold (Foto), die einen geschichtlichen Rahmen zu dem Ort vermitteln, an dem die Stele steht. Die Kombination aus „Oral History“ und geschichtlichem Hintergrund sei das Besondere an dem Projekt. „Es ist das akustische Eutiner Gedächtnis“, sagt der Lehrer der Weber-Schule und Chronist Eutins.

Wind- und wetterfest sind die Hörstationen. Den Strom zum Betrieb liefert die Sonne. Die acht Stelen haben inklusive Aufbau rund 28  000 Euro gekostet, sagt Rubelt. 60 Prozent der Kosten übernimmt die Aktiv-Region Schwentine-Holsteinische Schweiz. Unter anderem durch veränderte Antragsformulare für die Förderung hatte sich das Projekt verzögert – eigentlich sollten die Hörstationen bereits zum LGS-Start Ende April in Betrieb gehen.

Dass sie auch nach Ende der Gartenschau noch Bestand haben, darauf hofft nicht nur Bernd Rubelt. Auch Petzold wünscht sich, „dass die Stelen so erfolgreich sind, dass sich noch mehr Zeitzeugen melden“. Denn das Projekt soll weitergeführt werden: Petzold, Rubelt und die anderen Beteiligten des Projekts möchten die acht Stationen durch weitere im Stadtgebiet erweitern – und dafür werden neue Zeitzeugen gesucht (siehe Infokasten). Damit die Erinnerungen an das alte Eutin nicht verblassen.

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erstellt am 26.Aug.2016 | 04:30 Uhr

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