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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 06:11 Uhr

Da ist noch viel Luft nach oben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Aus der Anstalt öffentlichen Rechts sind 2015 auf Beschluss des Verwaltungsrates rund 50 000 Euro in die Plöner Stadtkasse geflossen

Die Stadtwerke Plön – Anstalt des öffentlichen Rechts – sind als kompetenter Dienstleister für die Stadt Plön und die Umlandgemeinden nicht mehr wegzudenken. Aber auch Konzessionsabgaben und die Bilanzüberschüsse der Stadtwerke fließen verlässlich in die marode Stadtkasse. Doch es ist noch Luft nach oben. Die Stadtwerke könnten die Stadt Plön wesentlich mehr entlasten: ein großer Brocken wäre zum Beispiel die Übernahme des defizitären Plön-Bades.

Seit 2008 wirken die 35 Mitarbeiter der Stadtwerke Plön als Anstalt des öffentlichen Rechts unter der Leitung des Vorstandes Ingo Eitelbach in Sachen Abwasser, Wasser (seit 2016) und Baubetriebshof und seit Oktober 2008 als GmbH mit den benachbarten Stadtwerken Eutin als Netzkonzessionär in Sachen Strom und Gas. „Aus der AöR sind im vergangenen Jahr auf Beschluss des Verwaltungsrates rund 50  000 Euro in die Stadtkasse geflossen, aus der GmbH rund 13  000 Euro“, rechnete Ingo Eitelbach im OHA-Gespräch vor. Er hätte das Geld auch gern zur Bildung von Rücklagen verwendet. Als Konzessionsabgabe für Wasser würden von den Stadtwerken Plön jährlich 80  000 Euro an die Stadt fließen.

Immerhin: Das Eigenkapital der Stadtwerke Plön liegt aktuell bei rund 5,9 Millionen Euro. Rund 2 Millionen Euro zusätzlich hat Ingo Eitelbach für die Stadtwerke auf die „hohe Kante“ gelegt. „Wir haben in den vergangenen Jahren wenig investiert, stehen aber vor Ausgaben im Steinbergweg und in der Ulmenstraße“, rechnete der Stadtwerke-Vorstand vor. Dafür müsse sein Unternehmen dann auch kein fremdes Geld aufnehmen und kann sogar weitere Schulden abbauen.

Das sind gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Aufstieg der Plöner Stadtwerke – eigentlich. Noch heute ist in Plön für viele die Entscheidung des Hauptausschusses in Sachen Breitband gegen die Stadtwerke Plön als Partner unverständlich. Die Stadtwerke wollten gemeinsam mit ihrem Partner, den Stadtwerken Eutin, Plön mit Breitband versorgen. Doch die Kommunalpolitiker entschieden sich für die Deutsche Glasfaser. Offensichtlich ist das Unternehmen in Plön noch nicht in der Kundenakquise. In Preetz ist mit 20 Prozent gerade mal die Hälfte der erforderlichen Anschlussquote erreicht.

Ingo Eitelbach sieht die Zukunft in Sachen Breitband für Plön noch nicht verbaut. Die Stadtwerke, so wirbt er, stehen weiter als Partner für die
Stadt bereit. Als kommunales Unternehmen freuten sich
die Stadtwerke Plön über die Nähe zu den Kunden und das hohe Vertrauen, das den Stadtwerken eine bessere
Anschlussquote bescheren könnte.

Nach Einschätzung Eitelbachs geht in Plön noch mehr: Die Stadtwerke Plön könnten spätestens in 15 Jahren allein die Wasserversorgung vom Partner Holsteiner Wasser übernehmen. Die Strom- und Gasnetze sollten so schnell wie möglich übernommen werden.

Bei Wasser sind für Eitelbach Kooperationen mit den Umlandgemeinden denkbar. Angebote für Regenwasser und Trinkwasser werde man in Grebin und in Dersau für Regen- und Schmutzwasser abgeben. Ascheberg sei ein attraktiver Partner in allen Belangen. Eitelbach: „Es macht nur Sinn, sich in seinem Kerngebiet auszudehnen.“ So könnte man wachsen, ohne große Abenteuer einzugehen. Er sehe die Stadtwerke Plön als kompetenten kommunalen Ansprechpartner für die Daseinsfürsorge. Das werde im Land in vielen Städten praktiziert.

In Zusammenhang mit dem Netzbetrieb würde Eitelbach für die Stadtwerke auch das Plön-Bad übernehmen. Damit spare die Stadt steuerlich sehr viel Geld und die bisher hohen Verluste könnten minimiert werden. Ingo Eitelbach verweist auf den Baubetriebshof als Erfolgsmodell: „Den Baubetriebshof verwalten wir kostengünstiger als die Stadt, weil wir kaufmännisch aufgestellt sind.“  

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erstellt am 16.Nov.2016 | 14:09 Uhr

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