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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 15:16 Uhr

Malente : Bürger schreiben fleißig Kärtchen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Organisatoren des Zukunftsprozesses Malente 2030 zeigen sich bei der Igek-Auftaktveranstaltung sehr zufrieden mit der Beteiligung.

Stephan Kathke zeigte sich beeindruckt: „Das ist wirklich sehr viel Material, das Sie uns mitgeben“, erklärte er. Der Mitarbeiter des Beratungsunternehmens Ernst Basler und Partner mit Sitz in Potsdam stellte dem Publikum nach rund drei Stunden ein hervorragendes Zeugnis aus: „Wir haben viele große Städte gehabt, in denen wir nicht so tolle Auftaktveranstaltungen hatten.“

Gut 80 Malenter waren in den Kursaal gekommen, um beim ersten „Malente-2030-Forum“ den Zukunftsprozess „M(T)alente – unser Malente 2030“ weiter anzuschieben. Angelaufen ist dieser Prozess bereits mit dem Bundesmodellprojekt „Potenziale peripherer Kleinstädte“, an dem Malente seit dem Frühjahr gemeinsam mit sieben weiteren Städten aus dem Bundesgebiet teilnimmt. Nun handelte es sich um den Start des sogenannten „Integrierten Gemeindeentwicklungskonzeptes“ (Igek), das Malente nach langem Ringen auf den Weg gebracht hatte.

Ihr liege das Igek sehr am Herzen, betonte Bürgermeisterin Tanja Rönck, die das Projekt von ihrem Vorgänger Michael Koch geerbt hat. „Wenn ich in den Ruhestand gehe, möchte ich, dass Malente richtig toll ist“, sagte die Verwaltungschefin.

Auf grünen und orangefarbenen Kärtchen sollten die Malenter nun einerseits Chancen und Stärken Malentes und andererseits Schwächen und Risiken des Ortes notieren. Und das taten sie: In drei Gruppen brachten sie zu den Themenfeldern „Wirtschaftsstandort“, „Erholungsort“ und „Lebensort“ viel Farbe ins Spiel.

In der Arbeitsgruppe Wirtschaft machte Stephan Kathke zwei Schwerpunkte aus. Zum einen solle die Bahnhofstraße trotz ihrer Leerstände nicht schlechtgeredet werden, zum anderen gebe es den Wunsch nach einem Dienstleistungszentrum, das vor allem kleine Unternehmen entlaste. Der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Malente, Michael Kühn, formulierte es so: „Ein Kümmerer – es wäre schön, wenn wir so etwas bekämen.“ Weitere Stichworte lauteten „Themengastronomie“ und „Regionalgeld“.

Auffallend: Im Bereich Wirtschaft sammelten sich fast nur grüne Kärtchen. Das sah beim Thema „Erholung“ schon anders aus. Beklagt wurde eine fehlende Marketingoffensive und fehlende Vernetzung, berichtete Birgit Boller, die im Malenter Rathaus das Projekt „Malente 2030“ koordiniert. Als Ideen, mit denen Malente punkten könnte, wurden genannt: ein regelmäßiger Bauernmarkt in der Bahnhofstraße, eine Shisha-Bar, eine Schnitzeljagd für Touristen oder die Vermarktung von Kunsthandwerk. Gewünscht wurde eine Belebung des Kurparks.

Munter ging es in der Arbeitsgruppe „Lebensort“ zu, so dass die vorgesehenen 50 Minuten kaum ausreichten, um alle Teilnehmer ihre Gedanken vortragen zu lassen. Kritik entzündete sich immer wieder am Erscheinungsbild des Malenter Bahnhofs und dessen Umfeld, erläuterte Malentes Bürgermeisterin Tanja Rönck. Auch an der Schule an den Auewiesen und dem Zustand des Ernst-Rüdiger-Sportzentrums habe es Kritik gegeben, ebenso an fehlenden Angeboten für junge Leute. Als positiv hervorgehoben wurde das gute Miteinander, das sich etwa im reibungslosen Funktionieren der Flüchtlingsarbeit zeige, der bevorstehende Kita-Ausbau, Baumöglichkeiten, die Landschaft und gute Lust und der Bürgerbus, der voraussichtlich im Januar seine Fahrt aufnehmen solle. Vorgeschlagen wurde ein Begrüßungsgeld für junge Familien.

Auf die Arbeitsgruppen eingestimmt hatten zuvor jeweils zwei prominente Vertreter der einzelnen Bereiche. Michael Kühn, und Wolfgang Schumacher, Geschäftsführer bei Kendrion-Kuhnke Automation, für den Bereich Wirtschaft, Katrin Dehn-Schumacher (Hof Radlandsichten) sowie Anja Kasch (Landgasthof Kasch) für den Bereich Erholungsort sowie Bernhard Kardell, stellvertretender Vorsitzender der Malenter Awo, und Annett Klöfkorn-Papke (Leiterin des Awo-Kinderhauses).

Kathrin Dehn-Schumacher mahnte da bereits eine bessere Vermarktung der Malenter Standortvorteile an: „Das Schlimmste ist, dass die Leute erst hier merken, wie schön es hier ist.“ Bernhard Kardell wünschte sich bessere Bedingungen für ein „generationsübergreifendes Leben“. „Malente als Rentnerparadies? Ja, gerne, aber nicht nur.“ Etliche Defizite für Familien mit Kindern listete Annett Klöfkorn-Papke auf. Es fehle an „Wegweisern“ für Eltern, was Kitas, Kinderärzte oder Sportangebote für Kinder betreffe, ebenso an Ferienangeboten und Freizeitangeboten. Auch mit dem Bustransport ab dem Malenter Bahnhof sehe es für die Schüler schlecht aus.

Auf Stephan Kathke und seine Mitarbeiter kommt nun erst einmal viel Arbeit zu. Im Februar 2017 wolle man dann mit den Arbeitsgruppen in die Tiefenarbeit einsteigen, um konkrete Projekte zu entwickeln, kündigte Kathke an. Im November 2017 sollten dann Ziele und Projekte präsentiert werden.

> Informationen über den Zukunftsprozess M(T)alente 2030 gibt es auf der Homepage der Gemeinde Malente www.malente.de unter der Rubrik „Leben & Wohnen“. Projektkoordinatorin Birgit Boller ist unter Telefon 04523/9920-22 oder per E-Mail an UnserMalente2030@gemeinde-malente.landsh.de zu erreichen.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 15:00 Uhr

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