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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 05:07 Uhr

Eutin : Bürger kritisieren ZOB-Planungen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Bürger für Eutin“: „Es reicht, den ZOB nur zu ertüchtigen“. Busfahrer kritisieren enge Bahnhofstraße. Ausschuss entscheidet Donnerstag

„Sehen Sie das? Das ist das, was wir meinen. Das ist neu gemacht und geht gar nicht“, sagt Peter Schwarz, Sprecher der „Bürger für Eutin“ und zeigt auf den Shuttle-Bus, der trotz großer Kurve mit der Hinterachse über einen Teil des Fußweges am neugestalteten Bahnhofsvorplatz rollt.

Die „Bürger für Eutin“ sind ein loser Zusammenschluss von rund 50 interessierten Einwohnern, die sich nach eigenen Angaben „trauen, politische Entscheidungen zu hinterfragen“. Beispielsweise die aktuellen Entwürfe zur Umgestaltung des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB).

„Wir haben an mehreren Tagen zu verschiedensten Stoßzeiten den Busverkehr hier beobachtet und zu keiner Zeit gab es Schwierigkeiten oder Engpässe“, sagt Peter Schwarz. Die heutige Anlage entspreche zwar nicht den aktuellen Anforderungen wie der dringend erforderlichen Barrierefreiheit, aber dies sei aus Sicht der „Bürger für Eutin“ mit einem Zehntel der geplanten 1,5 Millionen Euro teuren Umgestaltung zu machen, die derzeit politisch angestrebt werde. „Das geht mit Minimaleingriffen. Die Wartehäuschen müssten weg, daran kommt kein Rollator oder Rollstuhlfahrer vorbei. Stattdessen könnte ein Kragdach den notwendigen Wetterschutz bieten. Die Bordsteine müssten barrierefrei geändert werden“, sagt Schwarz. Aber das sei mit deutlich weniger Kosten zu machen.

Nächsten Donnerstag wird im Bauausschuss ab 18 Uhr unter anderem über die Neugestaltung des ZOBs gesprochen, für dessen Realisierung die beiden Häuser in der Heinrich-Westphal-Straße abgerissen werden sollen. So soll der Platz gewonnen werden, dsamit sich alle acht Bushaltestellen um eine Mittelinsel herum anordnen lassen (wir berichteten).

„Eigentlich gehört der Stadtverkehr mit den Bussen direkt vor den Bahnhof. Doch die Haltestellen direkt am Eingang wie vorher sind mit der neuen Platzgestaltung nicht mehr möglich. Die Straße ist viel zu eng“, sagte Schwarz. Rund 85 Stadtbusse verkehren jetzt auf der Bahnhofseite zur Elisabethstraße, ebenso der Fernbus nach Berlin. „Wenn vom ZOB dann alle Linien abfahren sollen, wie angekündigt, wird das mit der engen Bahnhofstraße zum richtigen Nadelöhr“, fürchten die „Bürger für Eutin“.

Der Schülerverkehr mache nur 35 Busfahrten pro Tag aus, die auch auf die Westseite verlegt werden könnten. Das Argument der Verwaltung, es sei Wunsch und Ergebnis des Integrierten Stadtenwicklungskonzeptes (Isek) gewesen, alle Linien auf der Stadtseite zu vereinen, lassen die Aktiven nicht gelten. „Das erste, das wir gelesen haben vor zwei Jahren, war das Isek. Und wir haben festgestellt, das nicht umgesetzt wurde, was da steht. Da hält sich doch keiner dran“, sagt Norbert Ober, der mit seiner Frau vor rund zwei Jahren nach Eutin zog und zu den regelmäßigen Treffen ins Riemannhaus geht.

„Laut Isek sollte es hier auch mehr Fahrradwege geben. Doch dafür ist bei der schmalen Straße gar kein Platz mehr“, fügt seine Frau Barbara hinzu. Auch Gespräche mit Busfahrern, die sie geführt haben, ließen keine Handlungsnotwendigkeit erkennen.

Im Gegenteil: „Das ist planerischer Irrsinn, was bisher hier passiert ist“, schimpft ein Fahrer, der ebenfalls mit seinen Reifen am „Bahnhofsvorplatz hängen bleibt“. „Da fragt man sich, ob die nie einen Testlauf gemacht haben, bevor die so viel Geld ausgeben.“ Der Weg durch die neue Bahnhofstraße gleiche einem Slalomlauf, an das geltende Parkverbot halte sich niemand, so ein Fahrer.

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erstellt am 29.Jul.2016 | 04:00 Uhr

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