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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Brücken-Streit scheint beigelegt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stahl statt Holz: Malente halbiert nach heftigem Tauziehen die Kosten für eine Erneuerung der maroden Konstruktion über der Schwentine

Monatelang schien die Situation vollkommen festgefahren: Doch jetzt scheint die Gemeinde bei der kostenträchtigen Erneuerung der Schwentine-Brücke am ehemaligen „Intermar“-Hotel einen entscheidenden Schritt weitergekommen zu sein. Der Planungsausschuss hat den Finanzausschuss einstimmig gebeten, die Mittel für den Neubau einer Stahlbrücke in einem Nachtragshaushalt zur Verfügung zu stellen. Die 21 Meter lange Brücke wird mit 2,50 Metern Breite deutlich schmaler als zunächst geplant.

Immerhin hat sich das Tauziehen um eine günstige Lösung gelohnt. 330  000 Euro sollte die zunächst von der Verwaltung geplante Brücke kosten. Angesichts dieser Summe gingen die Kommunalpolitiker auf die Barrikaden. Nun soll eine neue Brücke für die rund die Hälfte zu haben sein. Die vorliegenden Angebote für die Gründung und eine Fertigbrücke der Firma „Janson Bridging“ belaufen sich auf 164  200 Euro. Genaueres wird die erforderliche Ausschreibung ergeben.

Die Zeit drängt. Denn im Frühjahr 2017 will der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr die marode Straßenbrücke erneuern, die wenige Meter entfernt über die Schwentine führt. Dann käme ohne Fußgängerbrücke niemand mehr von der Hindenburgallee zur Diekseepromenade – für „Boots-Haus“-Betreiber Günter Koch ein Albtraum. Er kündigte an, dass sein Betrieb es nicht hinnehmen werde, wenn er auf diese Weise von seinen Gästen abgeschnitten würde.

Angesichts des Zeitdrucks war einhellige Meinung im Ausschuss, dass nun gehandelt werden solle. Dafür müsse ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden, erklärte Finanzausschussvorsitzender Wilfred Knop (FDP). Die Brücke werde dann vollständig über Kredite finanziert, betonte er, sah aber keine andere Lösung: „Wir müssen das tun, um überhaupt den Zeitplan einhalten zu können.“ Heino Anders (SPD) sah das genauso: „Es wird allerhöchste Zeit.“

Fördermittel könne die Gemeinde für die Erneuerung der Brücke nicht erwarten, erklärte Bauamtsleiterin Britta Deubel: Die gäbe es nur, wenn es sich um eine innovative Brücke handeln würde. Als innovativ dürfte die nun bevorzugte Lösung einer Fertigbrücke aus Stahl wohl kaum gelten. Doch immerhin sorgt sie dafür, die Kosten zu drücken. Der ursprünglich geplante Bau einer Holzbrücke vor Ort wäre teurer geworden. Die Stahlbrücke kann per Kran auf an Ort und Stelle gesetzt werden.

Für Streit hatte vor allem die Gründung der Brücke gesorgt. Bevor Tanja Rönck den Chefsessel im Rathaus von Michael Koch übernahm, bestand die Verwaltung auf einer Lösung mit bis zu 16 Meter tiefen Pfählen. Dabei bleibt es zwar, doch werden die Pfähle nicht in den Boden gerammt, sondern eingerüttelt. Dies kann mit Hilfe eines Krans erfolgen, was ebenfalls Kosten spart. Denn die ursprünglich geplante Ramme hätte nur mit großem Aufwand direkt an der Baustelle platziert werden können. Außerdem sind jetzt nur noch je zwei Pfähle pro Ufer notwendig, ursprünglich waren wie bei der alten, baufälligen Brücke vier Lager geplant.

Eine aus den Reihen des Ausschusses vorgeschlagene „schwimmende“ Gründung wurde zwar noch einmal geprüft. Doch aufgrund zu erwartender Absackungen wären dafür dauerhaft Kontrollen in Abständen weniger Tage erforderlich – aus Sicht des Bauamts nicht akzeptabel. Die Kosten setzen sich nun im Wesentlichen zusammen aus der Stahlbrücke (rund 71  000 Euro), der Pfahlgründung einschließlich Betonauflager (38  000 Euro) und der Entfernung der alten Gründung (32  000 Euro).

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erstellt am 12.Okt.2016 | 12:06 Uhr

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