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Ostholsteiner Anzeiger

26. Juli 2016 | 18:00 Uhr

Eutin : Breitband-Anbieter legen Zahn zu

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die meisten Eutiner Haushalte bekommen Wahlmöglichkeit zwischen Glasfaser-Angebot der Stadtwerke und Vectoring der Telekom.

Während die Bewohner vieler Dörfer in der Region schon mit einem besseren Internetanschluss zufrieden wären, geht der Breitbandausbau in Eutin mit mächtigen Schritten voran. Eine Kabelbaufirma hat am Stadtrand ihr Quartier aufgeschlagen. Sie soll im Auftrag der Telekom das vorhandene Telefonnetz ertüchtigen.

Im September 2015 hatte die Telekom angekündigt, dass rund 10  000 Haushalte im Vorwahlbereich 04521 bis Ende 2016 ein Anschluss zur Verfügung stehen werde, der Datengeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) ermöglichen werde.

Parallel dazu setzen die Stadtwerke Eutin (SWE) den Ausbau eines Glasfasernetzes nicht nur fort, sondern legen auch noch einen Zahn zu: „Wir wollen das Stadtgebiet flächendeckend bis zum Jahr 2018 mit Glasfaser-Anschlüssen erschlossen haben“, sagte Alexander Baumgärtner, der kaufmännische Leiter der SWE, dem Ostholsteiner Anzeiger.

Alle Eutiner Haushalte erhielten in den kommenden Tagen Post, in dem Schreiben erläutern die Stadtwerke den geplanten Glasfaser-Ausbau. Zugleich soll, wie Baumgärtner dem OHA weiter verriet, als nächster Stadtteil das Charlottenviertel erschlossen werden. Im Gewerbegebiet, dem benachbarten Baugebiet Heinteichkoppel und entlang der Industriestraße sei das Glasfasernetz fertig, in Fissau laufe die Erschließung.

Die Eutiner haben damit künftig die Wahl zwischen zwei verschiedenen Breitband-Netzen. Sie weisen allerdings unterschiedliche Leistungen bei der Datenübertragung auf.

Die Telekom verlegt ebenfalls die leistungsfähigen Glasfaserkabel, allerdings nicht bis in die Haushalte, sondern zu rund 50 sogenannten Multifunktionsgehäusen, die aufgerüstet oder auch neu aufgestellt werden. Die Kupferkabel, die zwischen diesen Verteilerkästen, wie sie im Volksmund heißen, und den Haushalten liegen, bleiben aber.

Das Stichwort der Telekom heißt Vectoring: Mit dieser Technik könnten sehr viele Menschen sehr schnell und sehr effizient hohe Bandbreiten erhalten, erklärte Stefanie Halle von der Telekompressestelle in Hamburg. Durch den Einsatz von Vectoring erreiche man eine neue Qualität im Kupferkabel: 100 MBit/s beim Empfangen und 40 MBit/s beim Senden.

„Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen gleichzeitig möglich sind“, hatte Kirsten Wesche, Accountmanagerin der Telekom, bereits im September abgekündigt.

Im Gegensatz zu der Nutzung der vorhandenen Kupferkabel setzen die Stadtwerke auf ein reines Glasfasernetz, also auch für die Hausanschlüsse. Bei den Fachleuten heißt das FTTH (Fibre to the Home). Das ist auf angesichts des Standes der Technik optimal, aber auch nicht billig. Die Telekom spricht von 80 Milliarden Euro, die ein Glasfasernetz mit einem Anschluss aller deutschen Haushalte kosten würde.

Die Stadtwerke machen geltend, dass sie mit Glasfaser deutlich bessere Datenraten ermöglichen können: Nicht bis zu, sondern mindestens 100 MBit/s Datenfluss erhielten SWE-Kunden. Zugleich sei bei Bedarf viel mehr möglich, falls es gebraucht werde auch 500 MBit/s, versicherte Alexander Baumgärtner. Wichtig sei dabei, dass diese Datenmengen nicht nur beim Empfang, sondern auch beim Senden laufen könnten.

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erstellt am 24.Feb.2016 | 04:00 Uhr

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