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Ostholsteiner Anzeiger

25. Februar 2017 | 16:50 Uhr

Bosauer erlebten die französische Kultur

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schüler und Erwachsene besuchten die Partnergemeinde Saujon und kehrten mit vielen Eindrücken, Erlebnissen und neuen Freundschaften nach Bosau zurück

Mit vielen persönlichen Eindrücken, neuen Freundschaften und einer Menge Erinnerungen ist die Bosauer Gruppe nach zusammen 3000 Fahrkilometern wohlbehalten aus Bosaus französischer Partnergemeinde Saujon zurückgekehrt.

Der erste Höhepunkt war der Besuch der berühmten Kathedrale von Reims, wo die Gruppe übernachtete. Auch die berühmten blauen Fenster von Chagall in der Krönungskirche der französischen Könige wurden bewundert.
In Saujon erwarteten auf der „Place Richelieu“ am Sonntagabend Freunde und Gastgeber die Gruppe, manche schon alte Vertraute aus vorherigen Begegnungen; es gab aber auch viele neue Teilnehmer auf beide Seiten. Schon am nächsten Tag erzählte man sich gegenseitig, wie herzlich und großzügig man aufgenommen und bewirtet worden war.

Daniel Coiffard hatte mit dem Vorsitzenden Uwe Jodeit und dem Comité de Jumelage ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, das die Teilnehmer am ersten Tag mit einer Stadtrallye forderte. Wenn eine Gruppe geschickt war und die Einheimischen zu Rate zog, konnten sie besonders viele Plätze auf den Fotos des Aufgabenzettels in Saujon entdecken.

Für den Abend hatte Bürgermeister Ferchaud zum Empfang ins „Haus der Vereine“, dem alten Chateau der Stadt, eingeladen. Ein Orchester spielte, offizielle Begrüßungsworte wurden ausgetauscht, die Tafel mit den Partnergemeinden, die Bosau vor zwei Jahren mit nach Saujon gegeben hatte, wurde gemeinsam enthüllt, Rosenstöcke gepflanzt und Gastgeschenke – darunter die neue Bosau-Fahne – überreicht. Auch eine Kiste schleswigholsteinisches Bier für die Arbeitssitzungen des Comités war dabei.

Gleich vor den Toren von Saujon liegt das Zentrum der französischen Austernzucht, die Marais am Ufer und an der Mündung des kleinen Flusses Seudre. Auf einem Lehrpfad zwischen vielen kleinen Wasserbecken wurden am Dienstag anschaulich die Zusammenhänge der Austernzucht erklärt. Eine zweite Gruppe wanderte durch das kleine historische Künstlerdorf Mornac.

Für die elf Schüler aus den Schulen in Eutin und Hutzfeld stand allerdings an diesem Tag Schulbesuch auf dem Programm. Sie nahmen mit ihren französischen Partnern am Unterricht in deren Schulen in Saujon, Royan oder Cozes teil.

Am Mittwoch ging es mit einem kleinen Schiff die Charente abwärts nach St.Savinien, dem Partnerort der Gemeinde Ahrensbök. Auf diesem Fluss wurden früher die großen Fässer mit Cognac in Segelbooten zur Küste befördert, für die Verschiffung nach Übersee. Fast wie an der berühmten Loire lugten immer wieder Schlösser und Herrenhäuser an den Ufern hervor.

Auf der Rückfahrt steuerte der Bus noch ein kleines Dorf mit einem großen Museum voller Gebrauchsgegenständen und Trödelkram aus dem letzten Jahrhundert und den verschiedensten Ländern an. Sogar für die Schüler gab es in den interessant gestalteten Räumen so manche „Déjà-vu“-Momente, erst recht für die Älteren in der Gruppe.

Strandsegeln stand am Donnerstag auf dem großen weiten Sand an der Girondemündung an. Auch ein großer Teil der Erwachsenen ließ es sich nicht nehmen, mit den kleinen dreirädrigen Karren über den Strand zu flitzen. Und dann kam auch schon der letzte Tag in Saujon. Mit vielen Privatautos ging es zur alten Abtei Sablonceauxs und zum Besuch eines Weingutes. Dort wurde das Keltern der gerade geernteten Weintrauben gezeigt und zwischen riesigen Behältern die Geheimnisse des Weinwerdens erklärt. Natürlich gehörte auch eine ausführliche Weinprobe dazu. So manche Weinflasche fand
als gebrauchstüchtiges Mitbringsel ihren Weg nach Bosau.

Eine festliche Soirée führte dann noch mal alle Gastgeber, Gäste und Freunde in der „Auberge du Moulin“ zusammen. Auf der Rückreise gab es reichlich Gelegenheit, die persönlichen Erlebnisse miteinander auszutauschen und sich gegenseitig die Fotos zu zeigen. Der nächste Gegenbesuch aus Saujon steht für 2018 an. Die ersten persönlichen Einladungen wurden schon ausgesprochen.

Manche allerdings haben es mit dem Wiedersehen besonders eilig: Die Eltern einer Schülerin wollen ihren Familienurlaub in den anstehenden Herbstferien in der Charente-Maritime verbringen und dabei selbstverständlich auch die französischen Gastgeber ihrer Tochter kennen lernen. Ein Gastgeberpaar aus einem Dorf bei Saujon hat sich mit seinen ehemaligen Bosauer Gästen auf dem Herbstmarkt im Museum Molfsee für die nächste Woche verabredet, wenn es zum Besuch nach Schleswig-Holstein kommt. Austausch und Kontakte finden also auf vielerlei Art ihre Fortsetzung. 

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erstellt am 12.Okt.2016 | 14:25 Uhr

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