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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 08:51 Uhr

Plön : „Blitzer“ in Plön raffiniert getarnt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreis Plön nimmt durch Geschwindkeitsüberwachung im ersten Halbjahr schon fast 275 000 Euro ein – 90 000 Euro mehr als im Vorjahr

Die Verkehrsüberwachung greift zu immer raffinierteren Methoden, um bei Messungen am Straßenrand nicht entdeckt zu werden. Mal wird dem Radarmessgerät ein Tarnnetz übergeworfen, mal ein Verkehrsschild als Abdeckung,, mal der natürliche Bewuchs an der Straße genutzt. Eine neue Qualität der Tarnung entdeckte der OHA vor ein paar Tagen in Plön. Das Messgerät an der B 76 in der Eutiner Straße war auf einem Fahrradträger mit einem Rad darauf montiert.

Vielen Autofahrern ist das Messgerät nicht aufgefallen. Die Schnellen werden auf diese Begegnung erst in ein paar Tagen in ihrem Postkasten stoßen, wenn sie den Bescheid des Kreises Plön öffnen und auf ein kleines Verwarngeld hoffen. Übrigens: Erst seit ein paar Tagen verfügt der Kreis Plön sogar über eine zweite Messanlage. Die soll allerdings nicht den Messdruck erhöhen, sondern eine effizientere Arbeit ermöglichen.

„Üblicherweise findet keine Tarnung des Messgerätes statt, da es bereits aufgrund seiner geringen Größe unauffällig ist“, sagte Hendrik Schwinghammer, Sprecher des Kreises Plön, auf OHA-Anfrage. Die Messstelle in Plön sei stets am selben Ort aufgestellt worden. Dabei habe das Messpersonal immer wieder beobachtet, dass bei Entdecken der Messanlage die Geschwindigkeit gedrosselt werde, um sie nach Passieren des Messortes wieder zu erhöhen. Schwinghammer: „Um diesen Gewöhnungseffekt zu durchbrechen, wird gelegentlich ein anderer Standort der Messanlage gewählt, in diesem Fall das Heck eines Fahrzeuges.“

Ziel sämtlicher Geschwindigkeitsüberwachungen sei eine Verbesserung der Verkehrssicherheit. Der Messpunkt zum Beispiel in der Eutiner Straße an der B 76 sei vor vielen Jahren aufgrund von Anwohnerbeschwerden über zu schnelles Fahren auf der B 76 eingerichtet worden. Hintergrund: es sei problematisch aus der August-Thienemann-Straße auf die B 76 zu fahren. Außerdem befindet sich auf der Höhe eine Fußgängerquerung.

An der Stelle werde alle vier bis sechs Wochen gemessen, um die Fahrzeugführer zu einem möglichst dauerhaft regelkonformen Fahren anzuhalten. Die im Jahr 2015 festgestellte Höchstgeschwindigkeit an dieser Stelle betrug 80 km/h.

Im ersten Halbjahr 2016 wurden 249 (Vorjahr 231) Kontrollen der Geschwindigkeit an 176 (190) Messpunkten im Kreis Plön vorgenommen. Dabei wurden 12  1374 (79  064) Fahrzeuge innerhalb von 763 (669) Messstunden kontrolliert. Es wurden nach Darstellung des Kreises Plön im ersten Halbjahr 88 (81) Fahrverbote, 10  276 (6938) Verwarngelder und 802 (432) Bußgelder verhängt.

Damit stiegen auch die Einnahmen von 183  918,32 Euro im ersten Halbjahr 2015 auf 274  204,16 Euro im ersten Halbjahr 2016 – also über 90  000 Euro. „Ein Parallelbetrieb der beiden Messgeräte fand noch nicht statt“, sagte Schwinghammer. Daher könne noch kein Vergleich gezogen werden, wie sich die Einnahmen/Fallzahlen aufgrund des zweiten Gerätes ändern.

Die Einnahmen fließen vollständig in den Haushalt des Kreises. Lediglich die Personal- und Sachkosten müssten gegengerechnet werden. Hendrik Schwinghammer weiter: „Derzeit gibt es keine konkrete Vorgabe für eine bestimmte Verwendung. Die Einnahmen stehen somit dem allgemeinen Haushalt zur Verfügung.“

Die Steigerung der Einnahmen im 1. Halbjahr 2016 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2015 führen der Kreis vor allem auch auf Änderungen interner Abläufe (Übergabe der Messanlage vor Ort) zurück, die im Ergebnis eine Steigerung der reinen Messzeit um über 90 Stunden zur Folge hatten. Henrik Schwinghammer weiter: „Eine Steigerung der Stundenzahl wird auch mit der zweiten Messanlage nicht erfolgen, da sie hauptsächlich bisherige Ausfallzeiten aufgrund von Wartungs- und Reparaturarbeiten auffangen und die internen Abläufe weiter optimieren soll.“

 

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erstellt am 14.Jul.2016 | 20:46 Uhr

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