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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 03:14 Uhr

„Beim nächsten Mal kostet es“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Verkehrsüberwacher und Polizei gehen gemeinsam auf Streife – im Visier: Radfahrer und verbotener Verkehr in der Fußgängerzone

„Läuft!“ steht auf der Mütze einer 15-jährigen Schülerin – doch sie fährt verbotenerweise in der Fußgängerzone mit dem Rad und Polizeioberkommissar Wolfram Reuter direkt in die Arme. „Wir machen ab sofort verstärkte Kontrollen. Sie wissen, dass Sie hier kein Fahrrad fahren dürfen?“ Die Schülerin schüttelt verlegen den Kopf, steigt ab und schiebt. „Beim nächsten Mal kostet es“, ruft ihr der Schutzpolizist hinterher.

Gemeinsam mit Vertretern des Ordnungsamtes war er die vergangenen beiden Tage in Eutins Innenstadt unterwegs. „Oft sprechen uns die Menschen mit Problemen an, bei denen uns die Hände gebunden sind, weil wir nur für den ruhenden Verkehr zuständig sind“, nennt Verkehrsüberwacher Matthias Straußfeld einen Grund für die kombinierte Streife, die es künftig regelmäßig geben soll. „Und das Auftreten vieler Bürger uns gegenüber ist gleich ganz anders, wenn ein Uniformierter dabei ist“, sagt sein Kollege Simon Jahn.

Wolfram Reuter ist auch bisher regelmäßig unterwegs gewesen in Eutins Innenstadt, aber gemeinsam erhoffen sich Polizei und Stadt, die „Problemzonen“ schneller in den Griff zu bekommen. Dazu gehören die Ecke Holstenstraße/Plumpsstraße, die Ecke Janusstraße/Plöner Straße sowie in der Peterstraße unerlaubter Verkehr außerhalb der erlaubten Lieferzeiten und unerlaubtes Radfahren in der Fußgängerzone. Besonders brisant während der Schulzeit ist da der LMK-Durchgang. Gerade ältere Menschen bestätigten das Team in seiner Kontrolle: „Das ist gut, dass sie das hier machen. Die fliegen manchmal nur so an einem vorbei. Und sagt man was, fängt man einen dummen Spruch“, so ein Senior. Trotz offensichtlicher Vorwarnungen wurden gestern doch einige erwischt – die sich allesamt reuig zeigten. Viele Gesichter ertappte Reuter dabei nicht zum ersten Mal – „und dann muss auch mal gezahlt werden“.

Reuter betont: „Es geht nicht darum, abzukassieren, weil man oft mehr mit einem vernünftigen Gespräch erreicht.“ Dem pflichtet das Team der Verkehrsüberwacher bei. „Es gibt immer einen Ermessensrahmen und verglichen mit anderen Städten sind wir in Eutin sehr kulant“, sagt Jahn. Das zeigte sich auch gleich bei einem Laborlieferanten, der mit Warnblinker in der Peterstraße parkte. Die Begründung: Er sei nur eingesprungen, zum ersten Mal hier und habe so schnell keinen Parkplatz gefunden, das „Navi“ habe ihn hierher gelotst. Das Team drückte ein Auge zu. „Lieferverkehr ist hier nur bis 10 und zwischen 12 und 13 Uhr erlaubt“, sagt Reuter. Doch die Fahrer seien dabei oft das letzte Glied in der Kette. „Man müsste an die Disponenten ran, um etwas zu erreichen.“ Daniel Bröker vom Ordnungsamt: „Poller in der Fußgängerzone, die einfach hochfahren, wenn es nicht erlaubt ist, würden da vieles erleichtern.“ Doch das ist bisher im Rahmen der Stadtsanierung nicht beschlossen worden.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 00:51 Uhr

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