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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 20:30 Uhr

Bei Werner Lorenzen fließt Farbe durch die Adern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zeit seines Arbeitslebens hat der 77-jährige Werner Lorenzen aus Plön mit Farben zu tun gehabt. Heute blickt der Kfz-Lackiermeister auf 50 Jahre Meisterbrief zurück. Er ist zwar noch in der Geschäftsführung von Lacktechnik 2000 in Eutin, hat aber vor acht Jahren seiner Nachfolgerin Rantje Jans das Geschäft überlassen und schaut nur noch gelegentlich vorbei.

Seine Lehre machte Werner Lorenzen in Husum, seine Gesellenprüfung in Kiel. Lackierereien in Flensburg und Oldenburg gehörten zu seinen Stationen bevor er Ende 1969 bei der Firma Stehning in Plön eine Beschäftigung aufnahm – mit der Aussicht, das Unternehmen später einmal zu übernehmen. Was dann Anfang der 1970er Jahre auch geschah.

„Ich hatte 20 Mitarbeiter und es gab viel zu tun, denn die Qualität des Stahls war damals sehr schlecht“, erinnert sich Werner Lorenzen. Die Autos seien fast schon im Prospekt gerostet. 1979 vernichtete ein Feuer durch technischen Defekt die Plöner Lackiererei im Behler Weg. Dabei seien viele Mitarbeiter verletzt aber auch alle wieder gesund geworden. „Wir bauten die Lackererei dort wieder neu auf – so, wie sie heute noch Bestand hat“, sagte Lorenzen. Allerdings sei – wie bei Lacktechnik 2000 auch – die Technik immer wieder auf den neuesten Stand gebracht worden. Heute führt Ute Krohn die Lackiererei Stehning mit drei Mitarbeitern.

Zehn Mitarbeiter sind seit 1993 in Eutin aktiv. „Wir haben viele Kunden in Eutin und mit vielen Autohäusern ein gutes Umfeld“, blickt Lorenzen zurück. Hier und dort habe er auch viele Frauen erlebt, die ihre Lackschäden vor den Männern geheim halten wollten oder einen Kunden, der seinen VW-Bus zur Kuh umlackieren ließ. Unter den Kuriositäten ist auch die Lackierung eines alten Wehrmachtsfahrzeugs. Und in Plön zählten die Schauspieler Heidi Kabel und Gustav Knuth zu den Kunden von Werner Lorenzen. Sie waren Darsteller in der Serie „Kleinstadtbahnhof“.

Was hat sich in 50 Jahren Arbeitsleben geändert? „Die Materialien begannen beim Nitrolack, Kunstharzlack und Acryllack bis jetzt zum Wasserlack“, sagt Lorenzen. Die Technik sei wie vor 50 Jahren unverändert – bis auf die Umwelttechnik. Früher sei Farbe mit Strümpfen gesiebt worden oder Holzwolle diente als Filter.

Lackiert hat Werner Lorenzen in seinem Arbeitsleben fast alles – über Möbel bis zum Briefkasten: „Ich habe alles lackiert, was Farbe brauchte und war sogar in Farbenlehre besser als meine Lehrer.“ Jetzt ziehe sich der Spezialist für Farben immer mehr zurück, sei aber auch noch gern in den Betrieben in Plön und Eutin. Lorenzen grinst: „Ich kann nicht nur Farbe, ich bin Farbe.“ Da das so ist, ist der Rat von Werner Lorenzen in den Betrieben auch gefragt.  

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erstellt am 28.Nov.2016 | 13:18 Uhr

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