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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 04:20 Uhr

Baut Eutin zwei Sporthallen?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schulausschuss: Standort Güterbahnhof ist unstrittig / Weitere Halle am Kleinen See soll geprüft werden

Der Stadt fehlt ein Schulkonzept und das macht Entscheidungen für die Zukunft schwer. Dies wurde im Schulausschuss gestern Abend mehrmals deutlich.

Die Freien Wähler (FWE) stießen mit ihrem Antrag, die am Alten Güterbahnhof geplante Dreifeldhalle lieber am Kleinen See zu bauen, eine große Diskussion an, an deren Ende nur eines klar war: Die Halle am Güterbahnhof kommt. „Die Dreifeldhalle ist auf dem Weg und bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern“, machte Bürgermeister Carsten Behnk deutlich. Er zeigte sich nach den Argumenten der Schulvertreter und Ausschussmitglieder überrascht: „Wer weiß eigentlich noch, was beschlossen wurde?“

Christian Lux, stellvertretender Direktor der Wilhelm-Wisser-Schule (WWS), hatte zuvor an der Nutzbarkeit der Halle für den Schulsport gezweifelt: „Wir haben den Selbstversuch mit zehnten Klassen gemacht und die haben 18 Minuten für eine Tour gebraucht. Ich weiß noch nicht, wie ich das im Lehrplan organisieren soll.“ Er betonte: „Die WWS hat damals für den Standort Güterbahnhof gestimmt, als noch davon ausgegangen wurde, dass die Zuwegung über den Bahndamm, also nicht an der Straße, erfolgen kann. Die Zuwegung wurde gecancelt, die Standortidee blieb.“ Gerade mit den zahlreichen Integrations- und Flüchtlingskindern, die einen erhöhten Lehrerbedarf fordern, sei die „geführte Begleitung“ schwierig.

Christine Ludwig, Direktorin der drei Grundschulstandorte der Gustav-Peters-Schule betonte: „Bevor Sie etwas bauen, müssen Sie sich überlegen, wie die Schullandschaft grundsätzlich aussehen soll. Für die Grundschule ist die Halle am Güterbahnhof nicht nutzbar. Die WWS hat sich immer eine Halle in ihrer Nähe am Standort Berg gewünscht.“ Aber auch die Grundschule habe schon jetzt Platznot in der maroden Halle. Ulrike Awe, Koordinatorin an der WWS, pflichtete ihr bei: „Wir brauchen ein Gesamtkonzept auch wenn das die derzeit sieben Jahre Wartezeit noch einmal verlängern wird.“ Sie betonte, ebenso wie Ludwig, dass eine Halle nicht nur für den Sportunterricht, sondern auch die Nachmittagsbetreuung und Lerngruppen wichtig ist. Malte Tech (FWE) machte deutlich, dass am Kleinen See, im Gegensatz zum Standort Güterbahnhof, noch Platz für eine Außenanlage für Sport im Sommer ist. Außerdem sei beim festgestellten Bodengutachten ein erhöhter Bodenaustausch festgestellt worden, was neben dem Höhenunterschied für zusätzliche Probleme und Kosten sorgen könne, so Tech.

„Es kann kein Entweder Oder geben“, machten CDU und Grüne deutlich. „Eine Dreifeldhalle für beide Schulen reicht nicht. Wir müssen für die Grundschule eine eigene Lösung finden“, sagte Christiane Balzer (Grüne). CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Rachfahl bezeichnete die Diskussion als „zwei Paar Schuhe“: Die Halle am Bahnhof wird gebaut. Und dennoch müssen wir das Konzept am See überdenken. Der Hallenstandort dort muss überprüft werden.“

Die FDP hingegen bezeichnete den Schulstandort Kleiner See als „Auslaufmodell“. Das rief die anderen Fraktionen auf den Plan, die Jens-Uwe Dankert (FDP) an den einstimmig gefassten Beschluss „Alle drei Schulstandorte haben auch in Zukunft Bestand“, erinnerten. SPD, Grüne und CDU betonten, dass es am Güterbahnhof in erster Linie um eine Halle für Schüler und dann Vereine gehe. Doch mehr als der Prüfauftrag an die Verwaltung aus Rachfahls Mund kam nicht zustande. Die FWE zog den Antrag nach einer Diskussionsunterbrechung zurück.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 13:47 Uhr

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