zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 11:21 Uhr

Plön : Baulärm statt Badespaß

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Noch bis zum 21. August wird in Plöns Schwimmhalle gewartet und gewerkelt. Fliesenrisse verlängern die Arbeiten

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick, der sich an diesem Morgen in der Schwimmhalle der Stadt bietet. Wo normalerweise längst die Vereinsschwimmer ihre Bahnen ziehen, wo Wassergymnastik-Gruppen gemeinsame Übungen absolvieren – gähnende Leere. Das Wasser der beiden größeren Schwimmbecken ist derart glatt, dass man beinahe glaubt, darauf spazieren gehen zu können.

Doch die Ruhe trügt. „Als ich Freunden davon erzählte, dass wir nun die nächsten drei Wochen geschlossen haben, wollten mir einige schon einen schönen Urlaub wünschen“, lacht Thorsten Timm, Schwimmmeister im Plön-Bad. Die Realität: Reparaturen, Grundreinigung, Wartungsarbeiten. Noch bis zum 21. August bleibt die Schwimmhalle geschlossen. Für Timm und sein Team die stressigsten Wochen des Jahres.

Zum Team gehört seit kurzem auch Jan-Niklas Okel. Der 19-Jährige absolviert eine dreijährige Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe „und ist damit eigentlich unsere größte Neuerung für die kommende Saison“, freut sich Thorsten Timm, der letztmals vor 16 Jahren einen Lehrling im Plön-Bad betreuen durfte. Fast solange kennt auch Okel die Halle schon. Der gebürtige Plöner lernte hier selbst das Schwimmen und betrieb es als Sport anschließend einige Jahre lang im Verein. An seinem neuen Job fasziniert ihn vor allem die Vielschichtigkeit der Aufgabenfelder: „Natürlich gehört der Sport dazu, aber ich lerne auch eine Menge über Betriebswirtschaft und vor allem über die Technik.“

Thorsten Timm und seine Kollegen können die Unterstützung des neuen Auszubildenden allerdings auch gut gebrauchen, wie ein Rundgang durch die Schwimmhalle verdeutlicht. Größte Baustelle ist derzeit das Kleinkinderbecken. Während der ersten Reinigungsarbeiten wurden hier Risse an der Überlaufrinne festgestellt. Insgesamt 28 Rinnsteine müssen auf einer Länge von knapp acht Metern ersetzt werden. „So ein Schaden ist doch eher unüblich, vor allem da das Becken ja erst vor fünf Jahren neu gebaut wurde“, wundert sich Thorsten Timm.

Der Defekt habe sich jedoch als so gravierend herausgestellt, dass die ursprünglich auf drei Wochen angelegte Schließung des Plön-Bads um sieben Tage verlängert wurde. Das reduziert auch den zetilichen Druck bei der Wartung der Technik im Keller. Thorsten Timm zeigt auf einen der drei sogenannten Schwallwasserbehälter, die den Wasserstand der einzelnen Becken regulieren. „Darin sammeln sich gerne mal Plastikstückchen von Schwimmbrettern an, oder andere Kleinstteile, die wir da jetzt endlich mal rausholen können“, berichtet der Schwimmmeister. Die Reinigung der Behälter oder auch die Wartung der Filter zur Regelung des Chlorgehaltes im Wasser seien im normalen Betrieb nicht möglich – und machten die Schließung im Sommer daher notwendig.

Nach Urlaub sieht das alles nicht aus, das wissen mittlerweile auch die Freunde von Thorsten Timm. Der nimmt es allerdings mit Humor: „Die Leute sollen ja schließlich auch nicht denken, dass wir hier nur den Bademeister spielen.“

zur Startseite

von
erstellt am 11.Aug.2016 | 19:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen