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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 14:45 Uhr

Barrierefreiheit an Schulen wird vertagt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgermeister: „Maßnahmenplan Inklusion haben wir in den Haushalt 2017 verschoben“ / Problem für Schüler der Wilhelm-Wisser-Schule drängt

Die Barrierefreiheit – oder besser deren Mangel – an den meisten Schulgebäuden der Stadt war Dienstagabend Thema im Schulausschuss. Als Anlass nahm die SPD-Fraktion die Frage nach dem aktuellen Stand des im Frühjahr 2015 beschlossenen Fahrstuhls in der Gemeinschaftsschule am Kleinen See.

Annette Rudolph vom Fachdienst konnte nur mitteilen, dass ein Bauantrag läuft, nicht aber, welchen Stand dieser hat. Katja Behrends (SPD) befriedigte diese Antwort nicht: „Wir haben den Bauantrag dafür im Frühjahr letzten Jahres beschlossen, Einschulung war im August 2015 und im Sommer 2017 geht das Kind an die Gemeinschaftsschule am Berg. Welche Planungen laufen da, um das möglich zu machen?“ Sie erwarte einen entsprechenden Beschluss, der direkt in den Bauausschuss gegeben werde, um spätestens im Frühjahr 2017 mit dem Umbau am Berg beginnen zu können, bekräftigte Behrends.

Rudolph stellte aus Verwaltungssicht klar: „Wir hatten im Gespräch mit den Eltern deutlich gemacht, dass die Barrierefreiheit ausschließlich am Kleinen See möglich ist und im Zuge des Anbaus an den Standort Berg die Barrierefreiheit erreicht werden kann.“ Auch Ulrike Awe, Koordinatorin der Wilhelm-Wisser-Schule, bestätigte dieses Gespräch und ergänzte im Ausschuss: „Es ist richtig, dass es vorerst nur Zusagen für die Klasse 5 und 6 gab; aber ebenso, dass geschaut wird, wie es in Eutin weitergehen kann. Es kann doch nicht sein, dass wir jedes Mal schauen müssen, wie Kinder in Eutin beschult werden können, die darauf angewiesen sind.“ Der junge Rollstuhlfahrer ist nicht das erste abgewiesene Kind. Christiane Balzer (Grüne) erinnerte an ihren Antrag für den „Arbeitskreis Schule“, der auch Barrierefreiheit an Schulen zum Ziel hatte, aber mit Mehrheit von CDU, SPD und FDP erst im Januar abgelehnt worden war.

Der Ausschussvorsitzende Hanjo Iwanowitsch (SPD) mahnte an, dass die vom Ausschuss bei der Verwaltung angeforderten Daten fehlten: „Wir baten um eine Katalogisierung der städtischen Gebäude, um eine Prioritätenliste erstellen zu können.“ Bürgermeister Carsten Behnk erklärte dazu kurz: „Der Maßnahmenplan Inklusion wurde von 2015 in den Haushalt 2017 verschoben. Die Katalogisierung haben wir wegen Arbeitsüberlastung nicht geschafft.“ Iwanowitsch empört: „Es kann doch nicht sein, dass ein Beschluss von uns einfach um zwei Jahre vertagt wird. Wenn die Verwaltung es nicht schafft, muss doch so ein Auftrag schnellstmöglich nach außerhalb vergeben werden.“

Behrends legte nach: „Es ist ein Armutszeugnis für Eutin, wenn das Eutiner Kind die Schule wieder verlassen muss.“ Behnk versuchte zu beschwichtigen: „Inklusion ist ein wichtiges Thema auch in Eutin, das erst seit ein paar Jahren auf dem Trapez ist.“ Die Kommunen warteten lange auf Gelder zur Umsetzung der UN-Konventionen und seien mit dem Problem größtenteils alleingelassen, so Behnk. Bei der Eutiner Kita „Kinderinsel“ sei Inklusion seit 20 Jahren ein Thema.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 00:07 Uhr

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