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Ostholsteiner Anzeiger

06. Dezember 2016 | 22:59 Uhr

Aus vier Adlerpaaren wurden 94

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Aufgaben der Projektgruppe Seeadlerschutz haben sich dank einer Bestandserholung verändert / Spende für die Vogelschützer

Seit mehr als zehn Jahren unterstützt der Gewinnsparverein der Volksbanken und Raiffeisenbanken Norddeutschland bereits das Seeadlerschutzprojekt in Schleswig-Holstein. Jetzt waren die Vogelschützer der Projektgruppe mit Sitz in Eutin-Neudorf erneut Nutznießer des Gewinnsparens des Geldinstituts: 2500 Euro überreichte Sparvereins-Geschäftsführer Georg Präkelt am vergangenen Freitag an die Projektgruppe. „Wir wollen, dass alle Bürger die majestätischen Seeadler in ihrer Heimat erleben können“, sagte Präkelt.

Die Projektgruppe hatte bei der Scheck-Übergabe auch die neuesten Zahlen über die Entwicklung des Seeadlerbestandes in Schleswig-Holstein bekannt gegeben. So haben die Vogelschützer in der vergangenen Saison 121 Jungvögel und 98 Brutpaare im NordenSpende gezählt.

„Ende der 1960er Jahre lebten gerade einmal vier Paare hier“, sagte Hans Boldt von der Projektgruppe. In den Kreisen Ostholstein und Plön sei eine „Verdichtung der Brutreviere zu erkennen“, so Boldt.

Mit der Zunahme des Vogelbestands haben sich jedoch auch die Aufgaben des gemeinnützigen Vereins verändert: Die aktuell 200 Mitglieder kümmern sich nicht nur rein um die Pflege des Bestands. Totfunde müssen untersucht werden, neue Gefahrenpotenziale wie Windkraftanlagen oder das Absägen von Horstbäumen rechtzeitig erkannt werden, so Boldt. Bei ihrer Arbeit, die nicht nur rein die Seeadler, sondern auch andere Großvögel wie Kranich, Schwarzstorch und Fischadler miteinbezieht, sind die Ehrenamtler auf Spenden angewiesen. Spenden wie die des Gewinnsparvereins.

„Das Geld wird uns sehr gut helfen bei unserer Arbeit“, bedankte sich Boldt bei Hagen und Präkelt. Die gespendeten 2500 Euro sollen zur ärztlichen Behandlung von verletzten Seeadlern verwendet werden. Ebenfalls kostspielig ist die Beringung der Seeadler. Rund 4000 Euro koste es, etwa 25 Tiere im Jahr zu kennzeichnen, so Boldt. Kosten hat der Verein aber auch durch Ursachenforschung zu decken – beispielsweise bei toten Adlern. Allein 25 Großvögel hat der Verein im vergangenen Jahr obduzieren lassen. „Teilweise waren sie durch Windräder gestorben“, sagte Boldt.

Hans-Wilhelm Hagen, Vorstand der Volksbank Eutin, würdigte das Engagement der Projektgruppe. „Sehr gerne unterstützen wir mit unserer Spende den Schutz dieser faszinierenden heimischen Greifvögel.“ Hagen sorgte sich angesichts der zurzeit ausgebrochenen Vogelgrippe um die Seeadler. Doch Boldt konnte vorsichtig Entwarnung geben: „Bisher haben wir keine Auswirkungen auf die Großvögel entdecken können. Und wir hoffen, dass da auch nichts weiter passiert.“

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erstellt am 11.Nov.2016 | 15:30 Uhr

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