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Ostholsteiner Anzeiger

08. Dezember 2016 | 03:03 Uhr

Aus für die Kulturgenossenschaft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

2012 für den Kauf der Opernscheune gegründet: In einer Mitgliederversammlung gab es für eine Neuausrichtung keine Mehrheit

Das Ziel war bei der Gründung der Genossenschaft im Februar 2012 klar formuliert: Der Kauf der Opernscheune aus der Insolvenzmasse der Eutiner Festspiele, damit das Gebäude den Neuen Eutiner Festspielen zur Verfügung gestellt werden kann. Fast fünf Jahre später hat sich eine große Mehrheit der Mitglieder für eine Auflösung der „Eutiner Kulturgenossenschaft“ entschieden, weil die Opernscheune dem Opernbetrieb zu best möglichen Konditionen zur Verfügung steht.

In einer Genossenschaftsversammlung ist Montagabend unter gut 50 Anwesenden eingehend erörtert worden, ob die Genossenschaft aufgelöst oder mit Ausrichtung auf einen neuen Zweck umgewandelt werden soll. Es gab Mitglieder, die dafür plädierten, die Genossenschaft bei der Förderung und Koordination von Kultur in der Region weiterarbeiten zu lassen.

„Die Abstimmung war aber eindeutig: 90 Prozent für die Auflösung, zehn Prozent dagegen“, schilderte Vorstandsmitglied Dr. Joachim Scheele dem OHA das Ergebnis der Sitzung. „Von den fünf Personen in Vorstand und Aufsichtsrat waren viereinhalb gegen den Fortbestand.“ Er könne sich eine neue Zielrichtung der Genossenschaft ja vorstellen, aber von den Befürwortern habe keiner Bereitschaft erkennen lassen, dies auch mit eine Kandidatur für den Vorstand voranzutreiben, fasste Scheele zusammen. Unter den Möglichkeiten, der Genossenschaft eine neue Existenzberechtigung zu geben, war unter anderem der Betrieb der Schlossterrassen genannt worden.

Rechtlich geklärt werden soll noch, ob der Auflösungsbeschluss bereits die Formalien erfüllt und gültig ist, weil es eine relativ hohe Zahl an Enthaltungen ab. Falls ja, werde es rund ein Jahr bis zur Abwicklung dauern.

Wie Scheele weiter erläuterte, hatten 126 Personen einen Genossenschaftsanteil von jeweils 500 Euro gekauft. Darüber seien diverse weitere Anteile für den Kauf der Scheune gezeichnet worden. Diese Anteile würden komplett zurück gezahlt. Bei den 126 regulären Anteilen müsten die Mitgliedern bei der Rückzahlung mit einem Verlust rechnen, der zwischen 20 und 40 Prozent liege. Im ungünstigsten Fall erhalten sie für eingezahlte 500 Euro also nur 300 zurück.

Vor der Auszahlung steht noch eine Bestandsaufnahme über das Vermögen. So gehört ein Teil des Inventars in der Opernscheune der Genossenschaft, dessen Restwert noch ermittelt werden muss. Und die Frage, was damit geschieht und wer dafür bezahlt.

Die Auflösung der Genossenschaft sei aus zwei Gründen sinnvoll, sagte Scheele weiter. Erstens müsse die Opernscheune nicht mehr erworben werden, weil sie der Cautus Vermögensverwaltungsgesellschaft gehört, die selbst die Mehrheit der Anteile an den Festspielen hält. Diese in Hamburg ansässige Gesellschaft gehört zum Nachlass des 2013 verstorbenen Kunstmäzens Eckart Ulbrich, der im Herbst 2012 die Scheune gekauft hatte.

Außerdem koste die Existenz einer Genossenschaft permanent Geld: Die Gebühr des Steuerberaters zähle dazu, der einen jährlichen Bericht erstellen müsse, außerdem müssten Mitgliedsbeiträge für Genossenschaftsverband und IHK gezahlt werden. „Das sind Ausgaben, die keinen Sinn machen und man sparen kann.“

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erstellt am 22.Nov.2016 | 14:19 Uhr

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