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Ostholsteiner Anzeiger

26. März 2017 | 11:10 Uhr

Überraschende Mitteilung : Aus für die Geburtshilfe in Oldenburg

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Sana-Klinik hat gestern Nachmittag überraschend eine Zentralisierung der Geburtshilfe in Eutin angekündigt. Als Zeitpunkt wird der August 2014 genannt, die Geburtshilfe für den ganzen Kreis werde in Eutin organisiert.

Nach der Geburtshilfe auf Sylt trifft es nun auch Oldenburg: Die Station wird wegen zu geringer Geburtenzahlen geschlossen. Die Geburtshilfe im Kreis Ostholstein werde ab August am Standort Eutin konzentriert, teilte der Geschäftsführer der Sana-Kliniken Ostholstein, Stephan Puke, gestern in Kiel im Sozialausschuss des Landtags mit.

Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) zeigte Verständnis angesichts der demografischen Entwicklung. Die CDU-Abgeordnete Katja Rathje-Hoffmann hielt der Ministerin dagegen vor, am Landtag vorbei entschieden zu haben. „Vielleicht hätte über das Parlament noch eine Lösung gefunden werden können“, sagte die CDU-Abgeordnete.

Geringen Geburtenzahlen und Fachkräftemangel führten dazu, dass künftig in Oldenburg die Qualitätsanforderungen nicht mehr vollständig zu gewährleisten seien, erklärte Puke in einer Pressemitteilung. Er wisse um die emotionale Komponente dieser Entscheidung. Aber an einer Bündelung der Geburtshilfen führe angesichts medizinischer, qualitativer und letztlich auch wirtschaftlicher Rahmenbedingungen kein Weg vorbei.

So hätten sich immer weniger Frauen für eine Geburt in der Klinik Oldenburg entschieden. Mehr als die Hälfte der Schwangeren aus dem Einzugsgebiet des Krankenhauses brächten ihre Babys mittlerweile in anderen Kliniken zur Welt.

Viele werdende Eltern suchten heute – selbst bei absehbar normalen Geburten – die Sicherheit eines Perinatalzentrums wie in der Sana-Klinik Eutin oder im UKSH und nähmen die Geburtshilfe in Oldenburg deshalb immer weniger an. „Während etwa in der Klinik Eutin je Woche rund 19 Kinder geboren werden, sind es in der Klinik Oldenburg nur noch drei Kinder pro Woche“, sagte Puke. Seien in der Oldenburger Klinik im Jahr 1998 noch 490 Kinder zur Welt gekommen, seien es im vergangenen Jahr lediglich noch 180 gewesen.

Die Zusammenführung der Geburtshilfe in Eutin gehe mit einer konzeptionellen Neuausrichtung einher. Das in Abstimmung mit Sozialministerium und Krankenkassen entwickelte Konzept biete ein umfassendes Sicherheits- und Notfallkonzept. Zudem sei die ambulante Vor- und Nachsorge weiterhin wohnortnah gewährleistet, was den Müttern nicht nur die bestmögliche Versorgung während der Geburt in Eutin, sondern auch eine räumlich nahe Versorgung in den Monaten vor und nach der Niederkunft biete. Seite 2

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erstellt am 06.Mär.2014 | 16:22 Uhr

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