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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 23:32 Uhr

Eutin : Auktionator wird zum Superhelden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Eutiner Vollstreckungsbeamte Martin Picht legt sich mächtig ins Zeug, um die Fundsachen der Stadt in bare Münze zu verwandeln.

„Wie man so etwas verlieren kann, ist mir Rätsel“, wundert sich Auktionator Martin Picht. Doch für das wohl ungewöhnlichste Objekt der städtischen Versteigerung am Sonnabendvormittag zeigen sich erstaunlich viele Interessenten. Mit einem Euro geht es los, zwanzig Gebote später liegt der Preis für das bunte Surfbrett mit den deutlichen Gebrauchsspuren schließlich bei 21 Euro.

Etwa 60 Interessenten waren vor das ehemaligen Gebäude des Kinderschutzbunds in der Weidestraße gekommen, wo diverse Fundsachen unter den Hammer kamen. Schon vor Beginn der Versteigerung hatten die Ineressenten Gelegenheit, das Angebot in Augenschein zu nehmen. Martin Picht ist eigentlich Vollstreckungsbeamter. In seinem Beruf habe er es mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun, sagt er. Auch die Teilnehmer der Auktion seien wie immer „gemischt, von Jung bis Alt“. Das wohl kurioseste Versteigerungsobjekt, das ihm jemals unterkam, war ein Gebiss. Einer biss tatsächlich an, für einen Euro gekam es einen neuen Besitzer.

Um 11 Uhr geht es los: Zunächst werden Sportbeutel, Taschen und Rucksäcke versteigert, bei denen die Aufbewahrungsfrist von einem halben Jahr abgelaufen ist. Meist werden nur wenige Euro geboten, ganz zum Leidwesen von Martin Picht. Der legt sich buchstäblich ins Zeug und zieht sich die Maske eines Spider-Man-Kostums über, das es zu versteigern gilt. „Eine Auktion macht nur Spaß, wenn auch geboten wird“, ermahnt er die Anwesenden scherzhaft. Doch allmählich überträgt sich Pichts Elan auf die Teilnehmer, bei der Versteigerung des Schmucks schießen einige Hände im Sekundentakt in die Höhe. Der Auktionator lässt trotzdem nicht locker: „Nicht nur rauchen, sondern auch mitsteigern“, fordert er einen Mann in der ersten Reihe auf. Picht sorgt für Unterhaltung und hat die Sache im Griff: „Keine betretenen Gesichter“, warnt er die Anwesenden.

Als nächstes werden die 15 Fahrräder versteigert, die zuvor besonders intensiv inspiziert wurden. Das Rekordgebot für ein Fahrrad habe mal bei 110 Euro gelegen, berichtet Picht. Ganz so hoch sind die Gebote heute nicht, das meiste Geld bringt ein Damenrad. Es findet für 60 Euro einen neuen Eigner, der sichtlich zufrieden scheint.

Früher wurden bei diesen Auktionen auch Handys versteigert, erklärt Picht. Doch aufgrund des Datenschutzes sei das nicht mehr möglich. Man müsste vor einer Auktion alle Daten auf dem Handy professionell löschen lassen. Das wäre so teuer, dass sich die Versteigerung nicht mehr lohnen würde.

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erstellt am 24.Sep.2016 | 12:01 Uhr

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