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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 14:46 Uhr

Wintersport in SH : Aufforstung des Bungsberges: Ein Gipfel unter Wipfeln?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine Aufforstung des höchsten Berges im Land würde Aussicht und Wintersport ein Ende bereiten.

Schönwalde | Mit der Auseinandersetzung um den Betrieb des Skiliftes auf dem Bungsberg machte die Gemeinde Schönwalde im Winter landesweit von sich reden. Nun gibt es in der Geschichte um den höchsten Punkt des Landes ein neues Kapitel: Die Eigentümerfamilie Schnoor hat im April einen Antrag auf Aufforstung der Weide rund um die Kuppe gestellt. Der knapp 168 Meter über dem Meeresspiegel liegende Gipfel gehört der Gemeinde, die Weiden rundherum gehören zum Bauernhof Schnoor.

Sollten auf den bei Schneelagen sehr beliebten Rodel- und Skihängen wirklich Bäume gepflanzt werden, wäre es mit dem schönen Ausblick in die Moränenlandschaft, der bei guter Sicht bis zur Ostsee reicht, bald vorbei – und mit dem Wintersport erst recht. Die Gemeinde wäre dann im Besitz eines Skiliftes ohne geeigneten Standort.

Über den Antrag zur Aufforstung entscheidet das Kieler Landwirtschaftsministerium. Dabei drängt, wie der Ostholsteiner Anzeiger erfuhr, die Zeit: Werde über den Antrag nicht innerhalb von drei Monaten entschieden, gelte er als genehmigt.

In nichtöffentlicher Beratung beschloss die Gemeindevertretung, eine Aufforstung des Bungsberges abzulehnen, weil ihr ein öffentliches Interesse – die kulturelle Bedeutung der Bungsbergkuppe – entgegen stünde. Über die Bekanntgabe des Beschlusses hinaus wollten sich weder Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU), noch andere Gemeindevertreter äußern. Der Antrag kommt den Schönwaldern ungelegen, und man will kein Öl ins Feuer gießen.

Im Juni hatten sich Vertreter des Zweckverbandes Bungsberg in intensiven Beratungen für eine erneute Verhandlung mit der Familie Schnoor über den Skiliftbetrieb ausgesprochen. Über Vermittlung der Sparkassenstiftung Ostholstein soll „ein überregional bekannter Mediator“ gefunden werden.

Bei der Familie Schnoor hat sich aber noch niemand gemeldet, wie Alexandra Schnoor dem Ostholsteiner Anzeiger sagte, auch von der Gemeinde habe noch niemand das Gespräch gesucht. Schnoor sieht darin den Beleg für das Desinteresse der Gemeinde an der Zukunft des Bungsberges als Wintersportgelände.

Alexandra Schnoor bekundete Zuversicht, dass die ablehnende Stellungnahme der Gemeinde nicht automatisch ein Ablehnung der Aufforstung nach sich zieht. Sie sei optimistisch, dass der Antrag angesichts des Bedarfs an Ausgleichsflächen für die Fehmarnbeltquerung und dem Wunsch nach mehr Wald im Norden genehmigt werde.


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erstellt am 15.Jul.2016 | 13:45 Uhr

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