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Ostholsteiner Anzeiger

07. Dezember 2016 | 21:27 Uhr

Auf zu neuen Ufern: Musikförderung statt Ruhestand

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nach über 46 Jahren räumt er seinen Schreibtisch bei der Volksbank Eutin – aber nach Ruhestand sieht es nicht aus, was er in naher Zukunft plant: Volksbankdirektor Hans-Wilhelm Hagen startet – wie bereits berichtet – in die Passivphase der Altersteilzeitregelung – und in eine neue Aktivphase ehrenamtlichen Engagements.

Freitagabend erfuhren mehr als 100 geladene Gäste einer lockeren Abschiedsfeier in der Schalterhalle der Bank, was der scheidende Chef vorhat. Da ist zum einen die Bereitschaft, den Vorsitz der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) zu übernehmen, weil Klaus Hoth dieses Amt nach Jahrzehnten abgeben möchte.

Da ist zum anderen ein spannendes Kulturprojekt mit dem Titel „Neue Musik-Impulse Schleswig-Holstein“ und eine Stiftung gleichen Namens, die Hagen gegründet hat. Deren Ziel: Junge und renommierte Musiker zusammen zu bringen. Allerdings geht es dabei, wie Hagen dem OHA erläuterte, nicht darum, einen jungen Musiker nur in einem Orchester spielen zu lassen, sondern es sollen Brücken geschlagen werden zwischen traditioneller und zeitgenössischer Musik – wie es zum Beispiel in der „Tonhalle Late“ in Zürich geschieht.

„Classical beat“ ist ein Stichwort, die Kombination von klassischer Musik mit moderner Clubkultur, oder auch „ein anspruchsvoller Stilmix aller Musikrichtungen und ein Brückenschlag zur Klassik.“ Hagen zieht dabei die regionalen Grenzen weiter: Er hat Musikschulen in Schleswig-Holstein sowie in Dänemark und in Schweden angesprochen. Bereits am Freitag dieser Woche werden Vertreter diveser Einrichtungen zu einer Konferenz in Eutin zusammen kommen und die Ziele abstecken. Außerdem sollen die Verbindungen Eutins zur School of Music der Universität in der US-Partnerstadt Lawrence/Kansas genutzt werden. Der Plan in der Praxis: Jedes Jahr sollen über einige Tage hinweg junge und etablierte Musiker gemeinsam kreativ arbeiten und anschließend „eine neue, spannend Musikauswahl“ in verschiedenen Konzerten an verschiedenen Orten präsentieren.

Die Finanzmittel der jungen Stiftung wurden nicht zuletzt bei der Abschiedsfeier am Freitag aufgestockt: Klaus Treimer, Vorstand der benachbarten Volksbank Nord-Ostholstein-Plön, hatte einen Scheck über 10  000 Euro dabei, den der Volkbank-Verbund spendierte, außerdem wurden die Gäste gebeten, statt Geschenken für die Stiftung zu spenden.

Zeit für persönliche Geschenke und die Würdigung der Leistungen Hagens für die Entwicklung der Volksbank blieb auch: Hagen habe mehr als einen Job gemacht, er habe seine ganze Persönlichkeit in die Bank eingebracht sagte Rolf Matzanke (Aufsichtsrat). Hagen habe durch seinen Reichtum an teilweise unorthodoxen Ideen aber auch von den Kollegen viel verlangt, schilderte Maike Langmaack (Personalvertretung).

Die stellvertretende Bürgervorsteherin Margret Möller würdigte Hagens Verdienste bei der Rettung der Eutiner Festspiele, Treimer äußerte sich bewundernd über Hagens Gelassenheit und Stressresistenz, Vorstandskollege Matthias Benkstein fasste die Erfahrung von 17 Jahren Zusammenarbeit so zusammen: „Er ist ein ganz besonderer Mensch. Wenn jemand Hilfe braucht, steht Hans-Wilhelm Hagen als erstes auf.“

Obwohl es bei der Feierstunde mehr Heiterkeit als Wehmut gab, am Ende räumte Hans-Wilhelm Hagen doch ein: „Die Volksbank-Familie wird mir fehlen.“

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erstellt am 27.Nov.2016 | 18:26 Uhr

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