zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Eutin : „Auf einem gleichbleibend hohen Niveau“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Polizeibericht 2015: Der Kreis Ostholstein bleibt Unfallschwerpunkt

Mehr Unfälle und mehr Tote auf Ostholsteins Straßen – Der Verkehrssicherheitsbericht der Polizeidirektion Lübeck zeichnet kein positives Bild für die Region zwischen Fehmarn und Bad Schwartau. „Das Verkehrsunfallgeschehen im Kreis Ostholstein bewegt sich seit Jahren auf einem gleichbleibend hohen Niveau“, sagte Polizeihauptkommissar Rainer Dürkop jetzt bei der Vorstellung der Statistik für das vergangene Jahr.

Insgesamt gesehen sind die Zahlen, genau wie im Vorjahr, wieder angestiegen. Nachdem zu Beginn des Jahrzehnts „eine ,Talsohle’ erreicht war, ist dies nicht unbedingt verwunderlich, wenn auch bedauerlich“, so Dürkop.

Die Polizei hat allein im vergangenen Jahr 5749 Verkehrsunfälle registriert – ein Anstieg von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon waren 4158 (72 Prozent) sogenannte aufnahmefreie Unfälle, also Unfälle ohne Personenschaden wie Auffahrunfälle. In 918 Fällen kamen im vergangenen Jahr Menschen zu Schaden; 13 kostete der Unfall das Leben – 2014 waren zehn Verkehrstote zu beklagen gewesen. „Das setzt einen bedauerlichen Trend fort, nachdem die Zahl der tödlich Verunglückten erstmals 2009 deutlich zurückgegangen war“, sagt Dürkop.

„Junge Fahrer“ – also Verkehrsteilnehmer im Alter von 18 bis 24 Jahren – sind am Gesamtunfallgeschehen mit etwa 14 Prozent proportional hoch beteiligt. Auch festgestellte Alkohol- sowie Drogeneinwirkung sind mit 20 beziehungsweise 28,5 Prozent überproportional ursächlich, so Dürkop. Bei den Senioren – die Polizei rechnet zu dieser Gruppe Verkehrsteilnehmer über 64 Jahren – sind in zirka 18 Prozent der Unfälle Rentner als Verursacher ermittelt worden.

Unfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer – Mofa-, Roller- oder Motorradfahrer – sind in den vergangenen Jahren nahezu gleichbleibend. „Allerdings wurde im vergangenen Jahr mit vier tödlich verunglückten Motorradfahrern der höchste Wert der vergangenen Jahre erreicht“, so Dürkop.

Auffällig ist auch die Zahl von Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Lkw und Bussen: Dieser Wert ist 2015 deutlich um ein Drittel angestiegen – von 155 auf 234 Unfälle. Beteiligt waren dabei in 24 Fällen Busse (2014: neun). „Hier ist die Hauptursache in Verstößen gegen das Rechtsfahrgebot zu finden, welche zu Zusammenstößen mit dem Begegnungsverkehr führen“, erklärt Dürkop. Pikant: Nicht die Fahrweise im Bereich „Schwerlastverkehr“ ist hier ursächlich, sondern der teilweise schlechte Fahrbahnzustand müsse vielfach als Unfallverursacher gesehen werden, insbesondere auf schmalen Nebenstraßen ohne Ausweichmöglichkeiten auf den Seitenstreifen, so Dürkop.

Erfreulich hingegen: Alkoholeinwirkung spielt in der Betrachtung für den Kreis nur eine geringe Rolle – lediglich bei 90 Unfällen (5,66 Prozent) wurde 2015 Alkoholgenuss als unfallursächlich festgestellt (2014: 86). Und: Die Zahlen haben sich zum Vorjahr nur geringfügig verändert.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Mai.2016 | 04:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen