zur Navigation springen

Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 13:26 Uhr

Auf den Fersen eines LGS-(Be)Suchers

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Findet ein Ortsfremder den Weg vom Bahnhof zum Stadteingang der Landesgartenschau? Urlauber Hans-Albert Brenner macht den Test

Auf dem Bahnhofsvorplatz steht Hans-Albert Brenner – Lokführer aus Koblenz und für eine Woche im Urlaub in Norddeutschland. Vornübergebeugt studiert er den großen Stadtplan neben dem Bahnhofsgebäude. Mit unübersehbaren Schwierigkeiten, denn die Distanz zwischen seinem Gesicht und dem Straßenplan wird immer kleiner. „Diese dünne grüne Linie“, tippt er mit dem Zeigefinger auf den Plan. „das ist der Fußweg vom Bahnhof zur LGS. Die erkennt man nur bei ganz genauem Hingucken.“ Ältere Menschen, vermutet Brenner, hätten schon arge Schwierigkeiten, den eingezeichneten Weg auf dem Plan zu erkennen.

„Ich war vor 15 Jahren schonmal in Eutin im Urlaub und weiß ungefähr, wo das Schloss liegt“, erklärt Hans-Albert Brenner. Weil für den 47-Jährigen kein Platz mehr im LGS-Shuttlebus gewesen ist, macht er sich allein und zu Fuß auf den Weg. Wie zuverlässig ist aber die Wegführung zum grünen Großereignis Eutins für einen Beinahe-Ortsunkundigen?

„Man soll ja den Blumen nachgehen“, zitiert Brenner einen kürzlich gelesenen Zeitungsartikel, und geht über den Bahnhofsvorplatz gezielt in Richtung Peterstraße. Denn dort hat der Urlauber zwei florale LGS-Wegweiser entdeckt – einen Geranienturm an der Ecke Mühlenberg/Bahnhofstraße und, etwa zehn Meter weiter, einen zweiten rechts neben dem „Knusper-Eck“. Also passiert Brenner die rot-violetten Wegmarker und folgt der Bahnhofstraße.

Was der Koblenzer nicht weiß: Er hätte zwischen den Blumentürmen hindurchgehen müssen, um über die Peterstraße auf kürzestem Weg in die Innenstadt zu gelangen. Später darauf angesprochen bekundet er: „Ich hatte kurz darüber nachgedacht, aber das war nicht richtig zu erkennen.“ Der Bahnhofstraße nach links folgend, sucht Brenner weitere Wegweiser daraufhin vergebens. „Ich sehe überhaupt keine Beschilderung zur Landesgartenschau“, wundert sich der Urlauber, während seine Augen die Straße nach Hinweisen absuchen.

„Wohin jetzt also?“, fragt sich Hans-Albert Brenner an der Albert-Mahlstedt-Straße, nach links und rechts blickend. Die Lösung ist schnell parat: „Ich gehe hier mal links hoch“, sagt der Koblenzer und erreicht so wieder die Peterstraße. Gerade als er zum Markt abbiegt, entdeckt er dann doch noch einen Wegweiser. Ganz oben auf dem Schilder-Pfahl: Ein LGS-Pfeil. „Aber um den zu erkennen, muss man schon gute Augen haben und den Kopf sehr tief in den Nacken legen“, merkt Brenner an. Tatsächlich ist die Schrift auf dem roten Schild bedeutend kleiner als die Buchstaben der übrigen acht Tafeln und somit leicht zu übersehen. Der Peterstraße Richtung Innenstadt folgend, erreicht Brenner den Markt. Blumen seien hier ja genug zu sehen, bemerkt er. Erst als er sich der Mitte des Platzes nähert, erkennt der LGS-Tourist dann einen Geranienturm an der Ecke Kirchplatz/Twiete. Ob er rechts oder links an dem floralen Wegweiser vorbei gehen muss, entscheidet Hans-Albert Brenner nach seinem Bauchgefühl. Und so geht er die Ostseite des Marktes entlang hinein in den Twiete. „Das ist jetzt reine Intuition, weil ich mich wieder an den Weg zum Schloss erinnere.“ Darum weiß Brenner auch, wie es weitergeht, als er die Stolbergstraße erreicht. Denn auch hier erwartet den 47-Jährigen ein Geranienturm ohne konkrete Wegweisung nach rechts oder links. An der Ecke Schlossplatz, Stolbergstraße und Schloßstraße steht ein weiterer Geranienturm, allerdings im Schatten der Landesbibliothek. „Hier hätte irgendwo vorher und gut sichtbar ein Schild hingekonnt“, stellt Brenner fest. Nun sind es nur noch wenige Meter zum Stadteingang der Gartenschau. Hans-Albert Brenners Bilanz seiner persönlichen LGS-Suche: „Für Ortsfremde ist es möglicherweise schwierig, den Weg zur Landesgartenschau auf eigene Faust zu finden.“ Ein paar mehr oder größere Schilder würden da Abhilfe schaffen, mutmaßt der Eutin-Urlauber.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Jul.2016 | 12:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen