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Ostholsteiner Anzeiger

02. Dezember 2016 | 21:11 Uhr

Angeleinter Tauchgang im Kellersee

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im Wasser hat alles nur einen Bruchteil seines Gewichtes an Land. Zum Glück für die 41 Taucher von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten. Denn beim so genannten schlauchversorgten Tauchgerät wiegt alleine der Helm 14 Kilo, der gesamte Anzug sogar 20 Kilo.

Die Taucher aus ganz Norddeutschland sind Mitglieder der Arbeitsgruppe der Feuerwehrtaucher und Fachdienste Nord (AGFFN) und nahmen am Wochenende an einem Lehrgang zum Thema „Suchen und Finden“ an der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte teil. Aus Potsdam, Georgsmarienhütte, Bremen, Rostock oder Wolfsburg waren sie nach Malente gereist. Zum dritten Mal war die Bildungsstätte Ort eines solchen Lehrgangs, denn sie hat einen unschlagbaren Standortvorteil: „Sie hat einen direkten Zugang zum Kellersee“, erklärt AGFFN-Sprecher Sascha Melcher von der Berufsfeuerwehr Hamburg.

Und diesen Zugang nutze die Gruppe zu zwei praktischen Übungen. So konnten die 40 Männer und eine Frau einmal jenes schlauchversorgte Tauchgerät ausprobieren, das nicht zur Ausrüstung einer jeden Taucheinheit gehört. Dabei tragen die Taucher keine eigene Sauerstoffflasche bei sich, sondern werden über einen bis zu 100 Meter langen Schlauch von Land versorgt. „So kann man gerade in flachen Gewässern viel länger im Wasser bleiben und etwas suchen“, schildert Marcus Haacke, Sprecher des Arbeitskreises Ausbildung, die Vorteile. Doch es gibt auch Nachteile, wie Stephan Helms von der Freiwilligen Feuerwehr Lemgo nach seinem Tauchgang feststellte. „Das ist nichts für Leute mit Platzangst. Außerdem ist man total hilflos“, so Helms. Denn zum An- und Ausziehen sei der Taucher immer auf Hilfe angewiesen.

Wie sie versunkene Dinge im tiefen Wasser finden können, das übten die Taucher in kleinen Gruppen mit einem Sonar-Boot auf dem Kellersee. Kay Kattoll von den Eutiner Johannitern hatte dazu extra in den Tagen zuvor ein paar Dinge im Kellersee versenkt: eine Autofelge, eine Europalette und ein fast nagelneues Kinderfahrrad. Allerdings alles mit einer Boje gekennzeichnet, damit es nach der Übung auch wieder aus dem See gefischt werden konnte. „Einen Gartenstuhl aus Plastik würde man mit einem Sonar nicht finden“, berichtete der zweite AGFFN-Sprecher Jörg Unverzagt. Denn Kunststoff habe die gleiche Dichte wie Wasser und sei deshalb mit dem Sonar nicht zu erkennen. Doch auch mit den von Kattoll versenkten Dingen hatte der ein oder andere Lehrgangsteilnehmer seine Probleme. „Ich hätte die kleine Felge nicht erkannt“, gab Sven-Arno Tebbe der Berufsfeuerwehr Bremen zu. Dabei hat seine Feuerwehr sogar ein sonarausgerüstetes Boot. „Aber man muss das regelmäßig üben, wozu im Alltag leider oft die Zeit fehlt.“

Genau das war Ziel des Lehrgangs, wie Kattoll sagt: Neue Techniken und Geräte ausprobieren und Kontakte mit Kollegen knüpfen. „Damit wir im Notfall schnell wissen, wer das, was wir brauchen, vielleicht hat.“

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erstellt am 17.Okt.2016 | 00:03 Uhr

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