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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 03:31 Uhr

Zehn Autos zerstört : Amokfahrt in Ascheberg: Landwirt muss in die Psychiatrie

vom

Mit seinem Trecker bringt er Menschen in Gefahr und zerstört zehn Fahrzeuge – davon fünf der Polizei. Der 53-Jährigen ist jetzt in der Psychiatrie.

Ascheberg | Ein Landwirt, der am Mittwoch in Ascheberg im Kreis Plön mit seinem Trecker zehn Autos gerammt hatte, muss in die Psychiatrie. Das berichtet der NDR am Freitag auf seiner Homepage. Der 53-Jährige sei in eine Klinik eingewiesen worden, teilte die Polizei auf Anfrage von NDR 1 Welle Nord mit. Der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler sagte am Freitag, dass die Ermittlungsbehörden von einem versuchten Tötungsdelikt ausgehen. Hinzu kämen Widerstand gegen Polizeibeamte sowie mehrere Straßenverkehrsdelikte.

Mit einer Schaufel, die der 53-Jährige vor seinen Traktor gehängt hatte, spießte er einen Polizeitransporter auf. Neun weitere Fahrzeuge ramponiert er, bevor Polizisten den Landwirt nach 20 Minuten Amokfahrt mit Schüssen in die Traktorreifen stoppen konnten. Polizisten mussten teilweise aus ihren Fahrzeugen flüchten, um sich in Sicherheit zu bringen. Insgesamt fünf Polizeifahrzeuge, zwei Fahrzeuge von Veterinären, zwei Firmenfahrzeuge und einen Privatwagen hatte der Bauer zerstört. Bei der Festnahme wehrte sich der 53-Jährige nach Angaben der Polizei heftig. Er und ein Polizist erlitten dabei Verletzungen, sie wurden in einem Krankenhaus ambulant behandelt.

Ein Mannschaftswagen der Polizei liegt kopfüber auf einem Feld bei Ascheberg.
Ein Mannschaftswagen der Polizei liegt kopfüber auf einem Feld bei Ascheberg. Foto: Daniel Friederichs

Grund für die Rage des Demeter-Landwirtes: Seine 22 Kühe sollten keine Ohrmarken bekommen. Und auch die amtlich vorgeschriebenen Blutproben verweigerte der 53-Jährige. Seit Jahren hatte er deshalb Streit mit den Behörden. Am Mittwoch wollten Veterinäre den Rindern auf dem Hof des Mannes trotzdem Ohrmarken verpassen. Der 53 Jahre alte Bauer habe dies offenbar nicht akzeptieren wollen. Er ist ein wenig verschroben, hat das Demeter-Prinzip übertrieben“, sagt ein Nachbar. „Ansonsten ist er aber ein lieber Kerl.“ Der Vater des Landwirts sagte der „Bild“-Zeitung: „Mein Sohn lehnt die Vorschriften für Ohrmarken bei Rindern ab. Er ist ja Bio-Bauer und hält Ohrmarken für Tierquälerei.“

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erstellt am 06.Mai.2016 | 11:26 Uhr

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