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Ostholsteiner Anzeiger

10. Dezember 2016 | 23:36 Uhr

Alte Weide erhält neue Aufgaben

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreis übergibt 8,5 Hektar große Niederungsfläche am Süseler See an die Schrobach-Stiftung und den Verein Wasser-Otter-Mensch

Auch wenn der Himmel gestern über Süsel weinte, die Gesichter von Carsten Burggraf vom Verein Wasser-Otter-Mensch, Tanja Hemke von der Schrobach-Stiftung und Landrat Reinhard Sager strahlten um die Wette. Für 165  000 Euro hat der Kreis eine 8,5 Hektar große Niederungsfläche für Naturschutzzwecke gekauft und die Pflege und Betreuung des Areals am Südufer des Süseler Sees gestern offiziell in die Hände der Stiftung und des Vereins gelegt.

Die rund einen Kilometer lange, zusammenhängende Fläche soll durch den Rückbau der Entwässerungssysteme wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden. Mit zunehmenden Wasserstand sollen sich trockengefallene Senken wieder füllen, seltene Pflanzen wie Wiesenschaumkraut, Sumpfdotterblume und Kuckuckslichtnelke sich wieder ansiedeln. Erste Ergebnisse des „Rückbaus“ sollen sich in zwei bis drei Jahren bemerkbar machen, sagte Tanja Hemke. Die Diplom-Biologin schätzt, dass insgesamt jedoch bis zu zehn Jahre vergehen können, bis die Fläche ihre Qualitäten vollends ausspielen kann.

Denn nicht nur Heimat für seltene Tiere und Pflanzen soll das Uferstück werden: Die Grünlandfläche liegt in einem landesweiten Biotopverbund; die angrenzend verlaufende Göselbek verbindet den Süseler See mit dem Taschensee und dem Kleinen Pönitzer See. Die Fläche korrespondiert dadurch mit den Fauna-Flora-Habitat-Gebieten „Wälder im Pönitzer Seengebiet“ und „Pönitzer Seengebiet“. Die Göselbek ist zudem eine wichtige Wanderverbindung des Fischotters zwischen Süseler See sowie über die Göselbek ins System der Schwartau. Die nun erworbene Fläche diene zudem als „Puffer für Starkregen und für den Nährstoffeintrag der Landwirtschaft und somit zur Entlastung der angrenzenden Gewässer und der Ostsee“, sagte Carsten Burggraf.

Die Fläche soll weiterhin als Weide nutzbar bleiben – wenn auch nicht mehr so intensiv genutzt. Dafür suchen der Verein und die Stiftung einen Pächter, der dort Schafe, Rinder oder Pferde grasen lassen möchte.

Das Geld zum Kauf des Grünlands stammt aus einem Topf des Kreises, in den Ersatzgelder für Ausgleichsflächen fließen. Etwa 100000 Euro pro Jahr kommen so beim Bau von Funkmasten und Co. zusammen; dieses Geld nutzt der Kreis regelmäßig zum Kauf von Grünlandflächen für den Naturschutz. „Wir wollen nicht nur Ausgleich, sondern eine ökologische Aufwertung“, sagte Landrat Sager.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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