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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Alles eine Frage der Finanzierung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Familientreff Lütjenburg als Modellprojekt des Kreises / Die Nachfrage nach Beratung und Hilfen ist groß

Hoher Besuch gestern im SOS-Familientreffpunkt in Lütjenburg – nur, die 13 Kinder dort interessierte es herzlich wenig, dass die Plöner Landrätin Stephanie Ladwig zu Gast war. Sie waren mehr begeistert davon, dass die Landrätin mit ihnen auf dem Teppich spielte.

Seit September 2013 gibt es diesen vom SOS-Kinderdorf betriebenen Familientreffpunkt gegenüber dem Rathaus. Dabei sagt „Treffpunkt“ eigentlich zu wenig über das für den Kreis Plön modellhafte Projekt. Über einen zwanglosen Kontakt mit und zwischen den Eltern will man Beratung, Hilfen und soziale Kontakte vermitteln, sagt der Leiter des SOS-Kinderdorfs, Dirk Baumann.

Darüber hinaus bietet der Treffpunkt spezielle Thementage an wie die spielerische Entwicklungsförderung von Babys, einen Schwangerentreff, Nähkurse, Basteln, einen Musikgarten oder auch Beratung und Begleitung bei Behördengängen. Ein weiteres Angebot ist das Elternfrühstück, wo es um die gesunde Ernährung für Kinder geht. Und nicht zuletzt eine Krankengymnastik für Mütter und Kinder.

Finanziert wird das Projekt, das monatlich von rund 380 Gästen besucht wird, aus Eigenmitteln des SOS-Kinderdorfes, sagt der Leiter des Treffs, Torsten Heinzel. Wünschenswert wären wegen des wachsenden Bedarfs größere Räumlichkeiten mit Gruppen- und Spielräumen, „um noch mehr spezielle Kurse anbieten zu können“. Es ist eben alles nur eine Frage der Finanzierung. Damit stieß er bei Landrätin Ladwig auf mehr als Verständnis. „Das hier schult das Sozialverhalten“, sagt sie. Es sei wichtig, in die Zukunft zu investieren, auch wenn der Kreis im Augenblick keine finanziellen Zusagen machen könne. Die Anregungen werde sie zumindest mit in den Kreis nehmen und dort zur Diskussion stellen.

Zumal sich gerade ein neuer Themenschwerpunkt kristallisiert: die Integration von Flüchtlings-Müttern mit kleinen Kindern, die auf Beratung angewiesen seien. Im Augenblick habe man dafür noch Mittel aus dem SOS-Soforthilfetopf der Organisation in München locker machen können, sagt Heinzel. Über entsprechend geschultes Personal sei man in der Lage, auch diese Eltern zu begleiten – wenn derzeit auch nur mit einer Finanzierung von 15 Stunden.

Das Fazit des Besuchs: durch den offenen Kontakt kann man die Eltern besser beraten, eher partnerschaftlich als oberlehrerhaft Hilfe bei Defiziten anbieten und nicht zuletzt die Kommunikation untereinander fördern.

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erstellt am 26.Aug.2016 | 13:23 Uhr

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