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Süsel : Ärger mit Windkraft und der Stromtrasse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Süseler Planungsausschuss sieht Windfläche bei Groß Meinsdorf kritisch

Neue Flächen für Windkraftanlagen, eine neue Trassenplanung für die 380-kV-Trasse und ein Antrag auf Kiesbabbau: Der Süseler Planungsausschuss hatte Montagabend eine Reihe von Themen, die unmittelbare Auswirkungen auf Landschaft, Natur und nicht zuletzt Einwohner haben.

Größten Einfluss hat die Gemeinde beim Kiesabbau. Den kann sie ablehnen oder genehmigen. Der Antrag der am Süseler Baum ansässigen Firma Strabag AG, die auf einer sechs Hektar großen Fläche nördlich ihres Firmensitzes etwa 300  000 Kubikmeter Kies ausbeuten möchte, wurde aber im Ausschuss einstimmig genehmigt.

Die Zufahrt werde über
das Firmengelände erfolgen, hieß es. Außerdem werde zur Straße hin mit einem Wall ein Sichtschutz geschaffen und die Topografie des Geländes durch Auffüllung wieder hergestellt.

Ablehnen würden die Gemeindevertreter am liebsten eine Fläche, die im Entwurf des Landesentwicklungsplanes als Eignungsfläche für Windkraft ausgewiesen ist: Neben dem bereits mit 17 Anlagen bestückten Areal bei Kesdorf hat die Landesplanung auch noch einen „handtuchbreiten“ Streifen zwischen Groß Meinsdorf und Gothendorf als für Windmühlen geeigneten Standort ausgewiesen.

Diplom-Ingenieur Raimund Weidlich (Lübeck), der im Auftrag der Gemeinde die Landesplanung bewertete, sah diesen Streifen kritisch, aber das Land habe sich mit seinem Ziel, zwei Prozent der Landesfläche als Windeignungsgebiete auszuweisen, unter Druck gesetzt und sogar Forderungen des Naturschutzes zurückgedreht.

Die Gefahr, dass zwischen Groß Meinsdorf, Eutin und Bockholt tatsächlich Windräder gebaut werden, schätzte Weidlich als gering ein. Im reformierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gebe es keine garantierten Abnahmepreise mehr, sondern eine Vergabe von Lizenzen nach einem bundesweiten Bieterverfahren. Das werde einen Trend zu hohen Anlagen befördern: „Alle Gebiete, bei denen es eine Beschränkung auf 150 Meter gibt, werden vermutlich keine Chance mehr haben“, sagte Weidlich.

Für eine rentable Windausbeute würden höherer Anlagen gebraucht, in Baden-Württemberg seien bereits 220 Meter hohe Anlagen in Planung. Angesichts dieses bundesweiten Wettbewerbes könne es gut sein, dass andere Bundesländer bei der Windkrafterzeugung dem Norden den Rang abliefen.

Den Landesentwicklungsplan nahm der Ausschuss ebenso zur Kenntnis wie Pläne der Tennet, die 380-kV-Leitung westlich von Gömnitz zu bauen. Wegen der spät erhobenen Forderung der Bundeswehr, dass zu einem Funkmast auf dem Gömnitzer Berg ein Abstand vom mindestens 1500 Meter gehalten werden müsse, hatte die Tennet die Stromtrasse neu geplant. Sie soll nun hinter Röbel in Richtung Vinzier und weiter über Roge nach Hasselburg führen.

Ärgerlich sei, dass die Probleme mit dem Gömnitzer Berg nicht genutzt worden seien, um die Trassenführung quer durch die Gemeinde insgesamt noch einmal neu zu beleuchten, schimpfte Bürgermeister Holger Reinholdt.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 14:55 Uhr

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