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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 04:59 Uhr

Abstimmungsniederlage droht – GLC-Gegner boykottieren Sitzung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mit einem zumindest in der jüngeren Geschichte des Gremiums beispiellosen Eklat endete gestern Abend die Sitzung der Malenter Gemeindevertretung. Bevor Bürgervorsteher Rainer Geerdts (CDU) den letzten Tagesordnungspunkt über eine vorzeitige Kündigung des Vertrags mit dem touristischen Dienstleister der Gemeinde, GLC Glücksburg Consulting, aufrufen konnte, verließen die GLC-Gegner den Kursaal. CDU und FDP blieben beschlussunfähig zurück. Lediglich SPD-Mann Helmut Wagner blieb, jedoch nur, um zu beantragen, die Beschlussunfähigkeit festzustellen. CDU und FDP verfügen über 14 Stimmen, für die Behandlung des Tagesordnungspunkts hätten aber mehr als die Hälfte der insgesamt 30 Gemeindevertreter anwesend sein müssen.

Zu Beginn der Sitzung hatten SPD, Freie Wähler, Grüne und „Bürgerinnen für Malente“ vergeblich versucht, die Abstimmung zu verschieben. Nominell verfügen sie zwar mit 16 Stimmen über die Mehrheit, gestern waren sie aber durch einen Krankheitsfall und Urlaub dezimiert. CDU-Fraktionschef Uwe Potz lehnte eine Vertagung ab: „Wenn wir uns danach ausrichten, ob Mehrheiten passen, verschieben wir Tagesordnungspunkte, bis es passt“, kritisierte er. SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning tadelte, dass die CDU nicht bereit sei, die ursprünglichen Kräfteverhältnisse durch Verzicht auf eigene Stimmen herzustellen.

Anschließend setzte Potz eine öffentliche Beratung des Themas durch. Die wiederum nicht öffentlichen Beratung darüber brachte Andreas Endler und David Kardell von den Grünen derart in Rage, dass sie die Sitzung schon zu diesem Zeitpunkt wutentbrannt verließen.

Der Ende 2014 geschlossene Vertrag mit GLC enthält die Option, diesen zum Jahr 2018 vorzeitig zu kündigen. Das müsste jedoch noch in diesem Jahr geschehen, um die Frist zu wahren. Nun soll die Gemeindevertretung am 22. Dezember erneut über die Kündigung entscheiden.

Aus Sicht von CDU und FDP wäre der Auftritt der GLC-Gegner nicht nötig gewesen. Denn selbst, wenn deren Antrag gescheitert wäre, hätte die Gemeindevertretung nach ihrer Auffassung am 22. Dezember erneut darüber abstimmen können. So sah sich Potz aber um die Chance gebracht, seine Argumente gegen eine Kündigung öffentlich darzulegen.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 00:32 Uhr

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