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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 07:44 Uhr

Abschied von einem großen Eutiner

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ehrenbürgervorsteher Ernst-Joachim Meseck erlagt im Alter von 81 Jahren am Freitag einem schweren Krebsleiden

Die Bürgerinnen und Bürger Eutins verneigen sich in dankbarer Erinnerung vor Ernst-Joachim Meseck. Der ehemalige Leiter der Wilhelm-Wisser-Schule, engagierter Kommunalpolitiker und pflichtbewusster Schützenbruder starb am Freitag im Alter von 81 Jahren an einem schweren Krebsleiden. Jochen Meseck hinterlässt Ehefrau Sonja und seine vier erwachsenen Kinder – auch als mehrfacher Großvater – mit ihren Familien.

Nach seinem Studium der Philologie als Lehrer arbeitete der gebürtige Lübecker an einer deutschen Schule in Brüssel, leitete das Goethe-Institut in Antwerpen und sammelte Erfahrung als Mitarbeiter des deutschen Konsulates in Belgien bevor ihm 1982 die Leitung der Wilhelm-Wisser-Schule übertragen wurde. 1981 waren Jochen und Sonja Meseck in die Eutiner CDU eingetreten. Zwei Jahre später ließ er sich schon als Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes in die ehrenamtliche Pflicht nehmen. Jochen Meseck war ein ebenso engagierter wie pflichtbewusster und geradliniger Mensch.

Von April 1990 an engagierte sich Ernst-Joachim Meseck in der Stadtvertretung. Und nachdem er 1998 als Schulleiter in Pension ging, wurde er 2003 einstimmig erstmals von der Stadtvertretung zum Bürgervorsteher gewählt. Der bekennende „Harmonie-Sucher“ hatte sich für seine Amtsführung den Respekt über die Parteigrenzen hinweg erworben. So wurde er als 73-Jähriger auch 2008 mit den Stimmen aller 35 Stadtvertreter in seine zweite Amtszeit als Bürgervorsteher gewählt, die im Juni 2013 für ihn als 78-Jährigen endete.

In gleich zwei Legislaturperioden hat Jochen Meseck das Amt des Bürgervorstehers bekleidet. Und es machte ihm sichtbar Spaß, die repräsentativen Aufgaben der Stadt Eutin wahrzunehmen. So zum Beispiel 2006 der Truppenbesuch der Eutiner Soldaten ins afghanische Kunduz als Begleitung der Künstler der damaligen Eutiner Oper. Es sei das beeindruckendste Erlebnis seines Lebens nach seiner Hochzeit mit Ehefrau Sonja gewesen, resümierte Jochen Meseck damals. In seine Amtzeiten fielen auch der 750. Geburtstag Eutins 2007 aber auch die Entscheidungen zum Stadtentwicklungskonzept und zur Landesgartenschau in diesem Jahr, die der unternehmungslustige Ernst-Joachim Meseck leider nicht mehr miterleben darf. Als Bürgervorsteher setzte sich Jochen Meseck mit ganzer Kraft für das Wohl der in Eutin lebenden Menschen ein. Dabei hatte er stets Ehefrau Sonja an seiner Seite, die selbst eine Zeit lang kommunalpolitisch im Kreistag als stellvertretende Kreispräsidentin aktiv war.

Die Förderung der musikalischen Bildung der Schülerinnen und Schüler lag Jochen Meseck als Lehrer sehr am Herzen. Er selbst war schon Ende der 50er Jahre an seinem späteren Wirkungsort als Mitglied einer Drei-Mann-Tanzkapelle im Hotel „Stadt Kiel“ aufgetreten. Der musikalische Jochen Meseck spielte Akkordeon, Klavier, Bass und Gitarre. Später engagierte er sich mit Ehefrau Sonja im Förderverein der Eutiner Festspiele. Sportlich hatte er sich dem Rudern verschrieben. Und sein Rezept für geistige und körperliche Fitness bis ins hohe Alter lautete: „Viel Lachen, viel Musik, immer Harmonie suchen, viel in Bewegung sein und viel arbeiten aber auch viele Leute treffen.“

Nicht nur kommunalpolitisch war Jochen Meseck ein geschätzter Gesprächspartner und Ratgeber. Er engagierte sich auch in der alt-ehrwürdigen Eutiner Schützengilde von 1668, deren Wortführender Vorsteher er in den 1990er Jahren war. Übrigens mit ebenso viel Engagement, wie bei allen anderen Aufgaben, denen er sich stets gern widmete.

Ernst-Joachim Meseck bleibt über die Parteigrenzen hinweg als offener und immer um Konsenz bemühter Mensch in Erinnerung. Sein großes Engagement galt dem Erhalt des Bundeswehr-standortes Eutin und dem Fortbestehen der Eutiner Festspiele. Sein Resümee nach 24 Jahren Kommunalpolitik lautete voller Üerzeugung: „Mein Ehrenamt war eine großartige Aufgabe.“ Danke, Jochen! 

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erstellt am 08.Mai.2016 | 16:34 Uhr

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