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Ostholsteiner Anzeiger

09. Dezember 2016 | 22:28 Uhr

643 freie Plätze für Flüchtlinge im Kreis

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutin zahlt 9400 Euro für leere Wohnungen / Malente hat keinen Leerstand

Erst suchten die Kommunen händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten für die große Zahl an Flüchtlingen, nun bleiben etliche auf den Kosten „ihrer“ leeren Wohnungen sitzen. „Man kann es nur falsch machen“, sagte selbst Innenminister Stefan Studt, als er auf die vielen freien Plätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes angesprochen wurde.

Noch rechnet jeder damit, dass die Zuweisungen wieder mehr werden, der Wohnraum gebraucht wird. „Wir denken aktuell noch nicht darüber nach, Mietverhältnisse wieder zu kündigen“, sagt die Eutiner Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt. Einige seien außerdem über einen längeren Zeitraum geschlossen. Aktuell seien in Eutin 233 Flüchtlinge untergebracht, 42 in Süsel. „120 Wohnungen, Häuser und Zimmer wurden dafür insgesamt von der Stadt Eutin angemietet. 20 davon sind derzeit frei“, teilte Stein-Schmidt auf Nachfrage mit.

Unter den sieben Objekten, die derzeit hergerichtet werden, ist das Katasteramt, in dem ab Mai auch die Ansprechpartner und Flüchtlingskoordinatoren ihr Büro haben sollen. Der Leerstand kostet die Stadt monatlich 9397,78 Euro. In Süsel sind von 16 Wohnungen laut Stein-Schmidt vier frei.

Eine andere Dimension nehmen die Zahlen des Kreises Ostholstein ein: Nach Auskunft von Pressesprecherin Anja Sierks-Pfaff sind im gesamten Kreis 643 Plätze für Flüchtlinge in angemieteten Objekten frei.

Kein Problem mit leerstehenden, angemieteten Wohnungen haben, wie der OHA erfragte, die Gemeinde Malente und das Amt Ostholstein-Mitte, zu dem die Gemeinden Kasseedorf und Schönwalde gehören. Wie Heiko Langfeldt aus der Malenter Verwaltung sagte, ist die Gemeinde in der glücklichen Lage, überhaupt keine Mietausgaben für leeren Wohnraum zu haben. Bislang seien alle zugeteilten Flüchtlinge untergebracht worden, und es gebe auch noch Kapazitäten in eigenen Gebäuden.

Alle im Amtsbereich Ostholstein-Mitte angemieteten Wohnungen seien mit einer Ausnahme auch belegt, sagte Wolfgang Kocks aus der Amtsverwaltung in Schönwalde. Das sah allerdings, wie er einräumte, zwischenzeitlich anders aus: Das Amt habe zur Vermeidung von Mietzahlungen für leeren Wohnraum, die den Kommunen nicht erstattet werden, den Kreis um die Zuteilung von Flüchtlingen gebeten, was auch erfolgt sei.

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erstellt am 27.Apr.2016 | 03:52 Uhr

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