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Ostholsteiner Anzeiger

04. Dezember 2016 | 19:26 Uhr

EUTIN : 32 Fahrgäste in fünf Monaten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein Anrufbus sollte Lücken im Fahrplan zwischen Eutin und Sielbeck schließen – doch die Auslastung war zu gering.

Es war ein Anliegen von Einwohnern und Gästen, dass Sielbeck mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser erreichbar sein sollte – dieser Wunsch ging nur während der Landesgartenschau (LGS) in Erfüllung. Denn in Ergänzung zu den bereits bestehenden Linien 5506 und 5507 sollte ein Anrufbus Lücken im Fahrplan von und nach Sielbeck schließen (wir berichteten) – bei Erfolg sogar dauerhaft, hieß es im Mai diesen Jahres bei der Vorstellung des neuen Angebots „Alfa“.

Doch daraus wird anscheinend nichts mehr: „Die zusätzlichen Fahrten wurden über die Dauer der LGS nicht so stark abgerufen wie von uns erhofft“, sagte Carsten Abendroth, Betriebsleiter der federführenden Rohde Verkehrsbetriebe, auf OHA-Nachfrage.

Der „Alfa“-Anrufbus – im Grunde ein handelsüblicher VW-Bus – stand an den Wochenenden täglich für vier und an den Wochentagen täglich für zwei zusätzliche Fahrten bereit. Diese waren zeitlich auf die Öffnungszeiten der LGS abgestimmt. Doch bis einschließlich 30. September fanden nur elf Hin- und zehn Rückfahrten statt. „Dabei beförderten wir insgesamt 32 Fahrgäste in einem Zeitraum von fünf Monaten“, bilanzierte Abendroth „ohne der endgültigen Auswertung vorzugreifen“.

„Alfa“ fährt kreisweit bei Bestellung entlang bestimmter Buslinien nach einem festen Fahrplan. Das Angebot ist gedacht für nachfrageschwache Zeiten, in denen sich eine Bus-Verbindung für Unternehmen wie die Rohde Verkehrsbetriebe nicht lohnt. Der Kunde steigt jeweils an einer der bekannten Haltestellen ein oder aus – und bezahlt nur für die gewünschte Strecke und auch nur den Bustarif.

Die Kosten für die Ergänzung des in Ostholstein bestehenden Alfa-Angebots während der LGS in Sielbeck trägt die Stadt Eutin. Zum Start des Sielbecker „Alfa“-Angebots hatte Eutin mit Maximalkosten von etwa 6000 Euro kalkuliert – wenn also jeder Bus gefahren und zudem die gesamte Strecke gebucht worden wäre. Doch „die endgültige Auswertung und Abrechnung zu dieser Verbindung wird uns erst im November vorliegen“, sagte Kerstin Meyer von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. Und erst „nach einer erfolgten Evaluierung der Zahlen werden wir uns dann gern nochmal zum Thema Anrufbus äußern“, so Meyer.

Für die Sielbecker bedeutet das Ergebnis dieser Testphase, dass es keine zusätzlichen Beförderungsangebote gibt. Denn: „Wir werden diese zusätzlichen Fahrten nun wieder aus dem Angebot nehmen“, sagte Abendroth. Dennoch bleibe „ein solides Angebot für unsere Sielbecker Kunden bestehen“.

Dabei hatte Rolf-Rüdiger Forst vom Dorfvorstand Sielbeck sich im Mai noch glücklich darüber geäußert, das der neue Alfa-Bus seinen Dienst aufgenommen hatte. „Denn unsere Infrastruktur ist hier nicht so gut“, sagte Forst.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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