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Ostholsteiner Anzeiger

03. Dezember 2016 | 16:46 Uhr

25-Jähriger bedroht Sparkassenchef

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Junger Mann rastet aus, weil er in Mettenhofer Filiale kein Geld abheben kann / Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei

Blaulicht, Sirenen und starke Polizeipräsenz gestern Vormittag direkt am Wochenmarkt im Kieler Stadtteil Mettenhof. Sönke Mißfeldt (kl. Foto) verkaufte gerade Kartoffeln, Äpfel und Karotten, als sich gegen Viertel vor 10 Uhr etwa 20 Einsatzkräfte rund um die Sparkassen-Filiale am Marktplatz postierten und Straßen abriegelten. Blaulicht, Sirenen und Polizei – das sind die Marktbeschicker im als sozialer Brennpunkt bekannten Stadtteil zwar gewohnt. Doch an diesem Vormittag sammelten sich schnell viele Schaulustige an der Sparkasse. Gerüchte machten die Runde. „Banküberfall“ glaubten Passanten zu wissen.

Augenzeugen wollten etwas von einem Maschinengewehr und einem Messer mitbekommen haben. Marktbeschicker Sönke Mißfeldt selbst hat kaum etwas gesehen. Sein Kollege Martin Vollmer erzählt, dass ein junger Mann aus der Bank gekommen sei – „der lag dann auf dem Boden“. Polizeibeamte hatten ihn widerstandslos überwältigt und abgeführt. Das war gegen 10.25 Uhr.

Zuvor hatte sich im Inneren der Filiale offenbar eine dramatische Szene abgespielt. Der junge Mann, ein 25-Jähriger, wollte nach Polizei-Erkenntnissen seinen Monatslohn abheben. Doch das Geld war wohl noch nicht auf seinem Konto eingegangen. „Er wandte sich an den Filialleiter und bedrohte diesen verbal“, berichtete Polizeisprecher Oliver Pohl. Den Wortlaut dürfe er nicht wiedergeben, so Pohl. „Aber er hat schlimme Sachen gesagt. In dieser Bedrohungssituation händigte ihm ein Mitarbeiter etwas Bargeld im niedrigen dreistelligen Bereich aus.“ Inzwischen konnte der Filialleiter selbst im Beisein des 25-Jährigen die Polizei alarmieren.

Zahlreiche Streifenwagen, Spezialeinsatzkräfte, SEK und MEK, wurden angefordert. Auch die Feuerwehr mit Rettungskräften rückte aus. Denn zu dem Zeitpunkt war die Lage noch unklar. Die Polizei konnte eine Geiselnahme nicht ausschließen. Doch am Ende wird der Vorfall weniger dramatisch klingen: Kripo und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Tatbestands der Bedrohung, so Pohl. Er stellt klar: „Banküberfall kann man so nicht sagen.“ Der Mann sei nicht mit solch einem Vorsatz in die Sparkasse gegangen, es wurden keine Waffen bei ihm gefunden. Pohl: „Die in der Sparkasse Anwesenden kamen mit dem Schrecken davon.“ Neben Angestellten hielten sich dort auch Kunden auf.

Wer ist der junge Mann? Der Polizei ist er bekannt, hieß es. Aber sein Status sei unklar. Soll heißen: In welcher Situation er sich befand, ob er unter Einfluss von Betäubungsmitteln oder psychisch unter Druck stand, wird noch ermittelt. Die Polizei nahm ihn in Gewahrsam. Die Sparkasse öffnete mittags wieder ihre Pforten. Ironie des Schicksals: In der Zwischenzeit, so Oliver Pohl, ging das Gehalt des 25-Jährigen auf das Konto ein.

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erstellt am 29.Apr.2016 | 17:33 Uhr

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