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Nordfriesland Tageblatt

20. Januar 2017 | 02:40 Uhr

Muscheltage in Dagebüll : „Wir essen zu wenig Muscheln“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das schwarze Gold des Wattenmeeres lockt einmal mehr zahlreiche Gäste nach Dagebüll . Die Betten im Ferienort sind gut gebucht.

Zum 18. Mal bot der Fremdenverkehrsverein am Wochenende ein Muschelessen an. Bereits 18 Mal wurde dieses Angebot seit 1998 von Nordfriesen und Urlaubern dankbar angenommen und ein Erfolg. Doch leider hat die Miesmuschel, obwohl als Leckerbissen geschätzt, es noch nicht zu einem Stammplatz auf den Speisezettel der Nordfriesen gebracht.

Warum eigentlich nicht? Diese Frage vermag auch Klaus Schmidt, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins (FVV) Dagebüll, nicht zu beantworten. Vor 18 Jahren startete der FVV mit den Muscheltagen in der Muschelfabrik, als diese ihren Betrieb aufgenommen hatte. Der Fremdenverkehrsverein umrahmte das Muschelessen mit einem bunten Programm. Drei Mal wurde in der Fabrik das „schwarze Gold“ des Wattenmeeres genossen und gefeiert, einmal auf der Mole. Als der Inselparkplatz in Betrieb ging, wechselten die Muscheltage in die inzwischen leere Parkgarage hinterm Badedeich. Sie sind seither dort heimisch.

Bei schönem Wetter wird draußen geschwelgt, bei Schietwetter drinnen. Zur gekochten oder gebratenen Muschel wird stets bunte Unterhaltung geboten. Und es traf sich gut, dass man zu später Stunde des ersten Tages auf die Mole oder Deichkrone wechselte, um das Feuerwerk „Föhr on Fire“ zu erleben. Danach wurde oft bis gegen zwei Uhr nachts in der Garage gefeiert. So feierte der FVV Dagebüll auch am Wochenende: Mit Pa’s Brass-Band, der Wiedingharder Trachtengruppe und dem Niebüller Shanty-Chor.

Wie bisher wurden die im Watt zwischen Hörnum und Föhr geernteten Muscheln von der Emmelsbüll-Horsbüller Royal Frysk fangfrisch geliefert – und in der Küchenecke der Parkgarage lecker zubereitet von Antje und Hans Tellermann, die seit dem ersten Mal dabei sind und jetzt aufhören. „Irgendwann ist Schluss“, sagte Antje Tellermann, die professionell „aus der Küche“ kommt und ihrem Mann Hans das Muschelkochen beibrachte. Jetzt wollen beide ihr Rentnerdasein genießen, mal auf den Kanaren, man in Kanada, worauf sie sich in Englisch- und Spanisch-Kursen vorbereitet haben. Klaus Schmidt ist bereits auf der Suche nach einer neuen Küchenbesatzung.

Die gekochte Muschel wurde mit Lauch, Suppengrün, Salz und Pfeffer zubereitet, gar nach 20 Minuten und auf einem hoch gehäuften Teller über den Tresen gereicht. Beim Kochen öffnet sich die Muschel, so dass das goldgelbe Innere bequem „geschlürft“ werden kann. Dazu isst man ein Stück Weißbrot oder ein Baguette. Und damit es besser rutscht, wird Weißwein oder Bier getrunken. Die gebratene Version des Muschelgenusses kommt aus der Pfanne, in der sie mit Kräuterbutter und Zugabe von Zwiebeln gegart wird.

Zu seinen Muscheltagen bedient sich der FVV Dagebüll der Dienste von 15 Helfern. „Wir essen zu wenig Muscheln“, resümiert FVV-Chef Schmidt, der mit den Muscheltagen für etwas wirbt, das die Nordfriesen praktisch vor ihrer Haustür haben, dessen Genuss jedoch überwiegend woanders zelebriert wird.

Dennoch: Die Dagebüller Muscheltage bleiben einer der Höhepunkte der Saison, deren Dauer zugenommen hat. Musste man bisher mit einem Schnitt von 100 Tagen zufrieden sein, zeichnet sich eine Verbesserung auf etwa 150 Tage ab. „Die Leute bleiben wegen der unsicheren Lage in Europa zunehmend zu Hause und nehmen mit einheimischen Urlaubszielen vorlieb“, sagt Klaus Schmidt.

Das sei auch in Dagebüll zu spüren, wo die Ferienhäuser zusätzlich für einen deutlichen Aufschwung sorgten, so Schmidt. Daran vermochte auch das schlechte Wetter nichts zu ändern, wenngleich man den Menschen, die an der Küste die schönsten Tage des Jahres verbringen, einen sonnigeren Urlaub gewünscht hätte.

Die etwa 1000 Dagebüller Gästebetten sing gut gebucht. Mit den Betten in den Ferienhäusern sind es nunmehr sogar 1500. Und das freut nicht nur den FVV-Vorsitzenden. In den beiden kommenden Jahren müssen die Dagebüller und ihre Gäste wegen der Deichbauarbeiten auf ihren Badestrand verzichten. Klaus Schmidt kündigte die Einrichtung eines „Bade-Shuttles“ zum Fahretofter Schwimmbad und nach Schlüttsiel an.





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erstellt am 15.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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