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Nordfriesland Tageblatt

05. Dezember 2016 | 01:30 Uhr

Wer ist der beste Handwerker im Land?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der 65. Landesleistungswettbewerb für das Maurer-, Fliesenleger- und Zimmererhandwerk findet im September in Niebüll statt

„Bei den Teilnehmern, die hier im September antreten, handelt es sich jeweils um die Innungsbesten aus jedem Gewerk“, sagt Broder Ingwersen, Obermeister der Baugewerke-Innung Nordfriesland/Südtondern. „PLW – Profis leisten was“ – unter diesem Motto steht der 65. Landesleistungswettbewerb für das Maurer-, Fliesenleger- und Zimmererhandwerk 2016. Prüfungsort am Freitag, 23. September, sind die Werkstätten der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord, Niebüll (Rathausstraße 19). Die etwa 30 Gesellen treffen morgens ein, der Wettbewerb beginnt um 8 Uhr.

Die Teilnahmevoraussetzung? „Die Gesellen müssen sowohl in Theorie als auch in Praxis jeweils mindestens die Note 2 erreichen.“ Die Erfolgreichsten aus dem Landeswettbewerb messen sich dann im November auf Bundesebene. Heimlicher Traum: die Teilnahme an der Weltmeisterschaft, so wie der Drelsdorfer Marco Bauschke, der im vergangenen Jahr an der Weltmeisterschaft der Maurer in Brasilien teilgenommen hat.

„Ausrichter des Landeswettbewerbs ist jedes Mal eine andere Innung“, sagt Stephan Tack, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord. Die Baugewerke-Innung Nordfriesland/Südtondern ist Veranstalter des anschließenden „Handwerkerabends“. Hier treffen sich dann alle, auch die Teilnehmer der Baugewerke, die ihre Prüfung nicht in Niebüll abgelegt haben. In einem Festakt werden Preise und Preisgelder verliehen. Ausrichter ist die Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord. „Wir rechnen mit etwa 150 Teilnehmern“, sagt Kreishandwerksmeister Ingwer Christophersen.

Der Wettbewerb ist kein Zuckerschlecken. Die Prüfungs-Aufgaben werden einheitlich vom Zentralverband des Deutschen Handwerks festgelegt, die Prüflinge müssen durcharbeiten – acht Stunden lang. In Niebüll werden sich drei Prüfungsmeister ansehen, was die frisch gebackenen Gesellen handwerklich drauf haben. Optik, Arbeitsabläufe – alles wird bewertet. Und das bedeutet Stress. Ingwer Christophersen: „Man darf keinen Fehler machen, dann hat man verloren.“ Und Broder Ingwersen ergänzt: „Zeichnen, ausarbeiten – häufig merkt man erst am Ende, ob alles passt.“ Er kann sich an eine Situation erinnern, wo der Handwerker alles „top“ gemacht hatte. „Und dann stellte sich heraus, dass Höhen und Winkel nicht passten.“ Das kostete dem Teilnehmer den ersten Platz. Passiert so etwas, heißt es: Nicht gleich verzweifeln. „Man muss das sportlich sehen. Allein schon als Teilnehmer hat man gewonnen, denn man gehört in jedem Fall zu den Besten.“

Traditionell sind in Süddeutschland die Zimmerer am stärksten, in Norddeutschland sind es die Maurer. Die meisten Sieger kommen aus dem Norden (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg). Und auch in Nordfriesland mangelt es nicht an guten Leuten. „Wir wissen schon jetzt, dass wir Teilnehmer beim Landeswettbewerb stellen können“, freut sich Olaf Behrmann von der Ausbildungsbetreuung der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord. „Bei zwei Zimmerern und einem Maurer wurden die Prüfungen vorgezogen und sehr gute Ergebnisse erzielt – wer dann tatsächlich teilnehmen darf, entscheidet die Punktzahl nach den Sommerprüfungen Ende August.“

Mittlerweile sind Gesellen auf ihre Betriebe verteilt und kommen – eigens für den Wettbewerb – zusammen. Das gestaltet sich nicht immer einfach, denn nicht jeder Betrieb möchte seine Arbeitskraft für einen Tag freistellen. Olaf Behrmann: „Es ist eine Leistungsschau für uns. Wir sind froh, dass wir so viele Teilnehmer haben und wir hoffen, dass uns die Unternehmen unterstützen.“ Und Stephan Tack weist darauf hin: „Die Teilnahme am Landesleistungswettbewerb ist eine Auszeichnung und auch eine gute Werbung für jeden Betrieb.“


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erstellt am 06.Jul.2016 | 14:36 Uhr

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