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Nordfriesland Tageblatt

08. Dezember 2016 | 05:11 Uhr

Leck : Wasserschaden ist größer als gedacht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Vor vier Wochen hat Starkregen die Familienbildungsstätte geflutet – an eine Eröffnung ist vor Anfang/Mitte Oktober nicht zu denken.

Wer das Gebäude im Souterrain der Flensburger Straße 7 betritt, denkt unwillkürlich: „Schwimmbad.“ Feuchte, stickige Luft wird begleitet vom lauten Surren von Ventilatoren. „Ich bin jeden Tag hier, auch am Wochenende, und leere die Eimer der Trockenmaschinen“, sagt Heike Feddersen, Leiterin der Familienbildungsstätte in Leck. Eigentlich hatte sie gehofft, längst wieder Kurse wie Babymassage und Mutter-Kind-Spielkreise anbieten zu können. Doch der Wasserschaden, der die Einrichtung in der Nacht zum 28. August ereilte (wir berichteten), hat größeren Schaden angerichtet als anfangs gedacht.

Rückblende: Als Heike Feddersen am 29. August nach der Sommerpause erstmals wieder zur Familienbildungsstätte fährt, erlebt sie eine böse Überraschung. Wasserpfützen und Schlamm bedecken die Fußböden. Nach anhaltendem Starkregen sind Niederschlagsmassen in das Gebäude gedrungen.

Zwei Gullys und ein Regenablauf auf dem abschüssigen Weg zum Eingang konnten die Wassermengen nicht auffangen, das Wasser war an der Eingangstür auf gut 30 Zentimeter angestiegen und hatte sich den Weg ins Innere gebahnt. „Wir hoffen, dass der Betrieb bald wieder läuft“, sagt Heike Feddersen damals dennoch zuversichtlich.

Jetzt, vier Wochen später, sind die Spuren des Wasserschadens noch überall sichtbar, die erhoffte baldige Wiedereröffnung hat sich mehrfach verschoben. Die Räume wie Kinderstube und Babyzimmer sind leer, wirken nackt und trostlos. Eine Trocknungsfirma hat ganze Arbeit geleistet, die PVC-Böden und auch der darunterliegende Trockenestrich wurden herausgerissen. Auch das Inventar – Holzküche und Kasperletheater aus der Kinderstube oder Yogamatten – musste teilweise entsorgt werden. „Dass es hier jetzt so still und gruselig ist, wo sonst Kinder, Familien und Senioren Leben und Freude hereinbringen, bricht mir fast das Herz“, sagt Heike Feddersen. Doch vorerst müssen die Trocknungsventilatoren weitersurren, bis die letzte Feuchtigkeit aus dem Gebäude gebannt ist – damit sich kein Schimmel bildet.

Die Familienbildungsstätte ist seit 1996 im Souterrain des ehemaligen Soldatenheims beheimatet. Immer wieder hatte es aufgrund des abschüssigen Eingangs Wassereinbrüche gegeben. Wegen der Feuchtigkeit mussten die Fußböden Ende 2014 saniert und eine Dauerbelüftung installiert werden. „Es wurden auch Pumpen eingebaut, die Wasser in den Räumen verhindern sollten. Der Architekt hat damals versprochen, dass es keine Probleme mehr mit Feuchtigkeit geben wird“, erzählt Heike Feddersen. Die Realität sieht derzeit allerdings ganz anders aus: „Jetzt ist es schlimmer denn je.“

Noch dazu haben Versicherungsexperten eine ganz eigene Auffassung von dem Schadensfall: Die Versicherung des Vermieters decke zwar den Schaden am Gebäude, für den Wasserschaden am Inventar allerdings wolle niemand aufkommen, so Heike Feddersen. „Wir zahlen rund 3600 Euro Versicherungsbeiträge pro Jahr und sind zwar gegen Sturm- und Wasserschaden versichert – nicht jedoch gegen ,Gewittersturm‘, was die Versicherung als Ursache für den Schaden festlegt.“

Mit der Bitte um Unterstützung hat sich Heike Feddersen an die VR-Bank-Stiftung gewandt und die Zusage erhalten, dass bald darüber beraten werde. „Wenn alles klappt, möchten wir am liebsten am 7. oder 8. Oktober mit einem Tag der offenen Tür große Wiedereröffnung feiern. Realistischer ist allerdings der 15. Oktober. Aber unsere Botschaft an die Kursteilnehmer ist: Wir tun alles, damit es bald weitergeht.“

Zwei Angebote konnten auch während der Schließung weiterlaufen: die Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass uns Lecks Bürgermeister Andreas Deidert schnell und unbürokratisch Räume im Lecker Rathaus zur Verfügung gestellt hat.“ Und Heike Feddersen bleibt trotz allem zuversichtlich, dass die Familienbildungsstätte pünktlich zu den Herbstferien neu durchstarten kann.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 12:07 Uhr

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