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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:23 Uhr

Bezirksversammlung : VR-Bank Niebüll mit mehr Eigenkapital

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Vorstandsmitglied Torsten Jensen bescheinigt dem genossenschaftlichen Bankunternehmen einen guten Gesundheitszustand.

Trotz vieler Außeneinflüsse auf das deutsche Bankwesen geht es der VR-Bank Niebüll eG gut. „Aber wir müssen uns anstrengen, um dem Gegenwind standzuhalten, der uns entgegen bläst - und daher die Segel richtig setzen.“ Mit diesem maritimen Vergleich beschrieb Vorstandsmitglied Torsten Jensen auf einer Bezirksversammlung in der Stadthalle vor 500 Besuchern den Gesundheitszustand des genossenschaftlichen Bankunternehmens, dem zurzeit 18  683 Mitglieder die Treue halten und auf „gute Arbeit“ ihrer Bank setzen.

Mit knallharten Zahlen belegte Jensen die von ihm getroffene Feststellung zur örtlichen Lage der Volks- und Raiffeisenbank, die in allen Geschäftsbereichen einen alles in allem gesunden Zustand signalisiert. Die Bilanzsumme stieg vom Ende des Vorjahres bis September diesen Jahres von 1,65 auf 1,70 Milliarden Euro. Mitbestimmende Faktoren dieser Entwicklung seien weiterhin die Landwirtschaft, die Bauwirtschaft und der Bereich erneuerbarer Energien, der in den vergangenen fünf, sechs Jahren enorm expandierte. „Doch wenn die Politik restriktiv eingreift, ist auch eine Bank wie unsere betroffen.“ Jensen erinnerte daran, dass es im Bereich Windkraft vor allem die Bürgerwindparks seien, „die den Bürgern gehören.“ Ausgeweitet habe sich auch das Kreditgeschäft, in dem es trotz Wachstumssteigerung keine Ausfälle gegeben habe.


Windkraft als Motor


Die Kundeneinlagen stiegen von 678 auf 714 Millionen Euro, wurden allerdings von der Niedrigzinssituation beeinflusst. Der niedrige, von der EZB zugunsten verschuldeter Länder gesteuerte, Zinssatz habe zu erhöhtem Konsum geführt. „Zinssätze von 0,01 Prozent seien keine Seltenheit“, zeichnete Jensen das Bild einer verrückten Welt, zu der allerdings auch die Bombendrohung (wir berichteten) für das eigene Haus zum Auftakt der Niebüll-Messe gehörte, gut ausging „aber dennoch schlimm war.“ Erfreulich sei, dass das Handwerk gut zu tun hatte, ungewiss freilich, was der Brexit bringt und aus den USA kommt. Jensen machte seinen Zukunftsblick für das Unternehmen VR-Bank an diesen Fakten fest: 100 Jahre Tradition eine „hochdemokratische und hochsoziale“ Bank, in der der jedes Mitglied eine Stimme hat.

Zugelegt habe die VR-Bank auch mit ihrem Eigenkapital, dem eigentlichen Fundament einer gesunden Bank, von 116,9 Millionen Euro 2014 auf zurzeit 147,5 Millionen. Der Blick auf diese Zahl erinnere den Banker jedoch auch an die Verpflichtung, Gewinne zu machen und eine Dividende auszuschütten. Doch ebenso wichtig sei auch eine gute und fachlich fundierte genossenschaftliche Beratung – womöglich auch eingepackt in ein „Rundum-Sorglos-Paket“. Große Banken hätten für jedes Beratungsgebiet einen Spezialisten. Das wäre nach den Worten des Vorstands möglich, wenn es eine VR-Bank Nordfriesland gäbe. „Doch die Husumer haben sich, wie es scheint, den Dithmarscher Nachbarn angenähert.“

Bankvorstand Jensen hatte noch mehr auf seinem Zettel, genauer auf dem Sparzettel. So erklärte er die Reduzierung der Filialen um die Standorte Bordelum, Drelsdorf und Achtrup mit dem Missverhältnis von Kosten und Wirtschaftlichkeit – und nicht zuletzt mit dem Einstieg der Mitglieder und Kunden in die digitale Welt, die ihre Gänge zur Bank drastisch reduziert haben. Jensen bekundete mit Nachdruck das stete Bemühen der Bank, sich zukunftsorientierten Strategien nicht zu verschließen und zu reagieren, wenn das angezeigt ist. „Es ist viel los bei uns“, lenkte er den Blick auch auf den Nachwuchs.

Einer aus dessen Reihen, Hauke Feddersen, moderierte den Abend in der Stadthalle, auf deren Bühne Mitglieder für 50-jährige Treue zu ihrer Bank geehrt wurden und das Hospiz und der Tierschutz Spendenschecks entgegen nahmen. Zu guter Letzt gab es auch noch etwas Vergnügliches obendrauf. Der Sylter Kabarettist Manfred Degen nahm den einen oder anderen Zustand der deutschen Gesellschaft auf die Schippe und schilderte den einer Odysee ähnlichen Weg von Westerland nach Niebüll. Diese endete, wie er aufatmend feststellte, mit einem Wunder: Er traf in Niebüll ein.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 06:45 Uhr

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