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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:14 Uhr

Leck : Viel Lob von der Ministerin

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Erst ließ sich Anke Spoorendonk über den Wandel im Buchdruck informieren, dann begutachtete sie die Produktion bei CPI Clausen & Bosse

Eigentlich wollten gestern gleich zwei Minister nach Südtondern kommen. Verkehrsminister Reinhard Meyer hatte angekündigt, sich in Niebüll mit Sylt-Pendlern über die Situation vor Ort auszutauschen. Krankheitsbedingt sagte er ab. Anke Spoorendonk aber kam – nicht in die Stadt, sondern nach Leck. Die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa nahm sich die Zeit, sich über die Entwicklungen in der Druckerei Clausen & Bosse (CPI) zu informieren. Sie habe das Unternehmen bereits vor vielen Jahren einmal besucht, sagte Spoorendonk bei ihrer Ankunft, die sich durch Ausbesserungsarbeiten der Straßenmeisterei an der B  199 etwas verzögert hatte. „Ein weiterer Besuch war nun überfällig.“

Der Ministerin war es ein Anliegen, sich über Veränderungen in der Buchdruckbranche zu informieren. Wie zukunftsfähig ist das Lecker Unternehmen? Welche Maßnahmen sind nötig, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Welche Trends zeigen sich? Und sieht sich die Druckerei neben der Produktion auch als Teil der Kulturwirtschaft?

Geschäftsführer Günter Pecher gab bereitwillig Auskunft. Für CPI Clausen & Bosse habe sich viel getan, vor allem im Kundenkreis. Die Digitalisierung schreite voran, Auflagen würden immer kleiner werden. „Nur noch Bestseller verkaufen sich palettenweise.“

Ein Wandel, auf den das Unternehmen reagiert habe. So werden zunehmend im Haus auch Bücher mit nur geringer Auflage gedruckt. Als Beispiel nannte Pecher die Produktion des Werks „Niebüll im Zeitalter des Nationalsozialismus“ mit einer Auflage von etwa 400 Stück. Früher wären die Fixkosten dafür zu hoch gewesen. Heute habe sich dank eines deutlich geringeren Aufwandes ein neues Geschäftsfeld ergeben. „Die Kunst ist, Prozesse so zu stricken, dass auch bei kleinen Auflagen die Strukturkosten niedrig sind und Geld verdient wird.“ Das Unternehmen habe vor knapp fünf Jahren den Einstieg in den Digitaldruck getätigt und stark in „Digital-Injekt“ investiert. Mittlerweile stünden dafür zwei Anlagen bereit.

CPI Clausen & Bosse setze zudem auf die Veredelung von Büchern (beispielsweise mit hochwertigen Covern), um sich auf dem Markt zu positionieren. Inzwischen seien 20 Prozent der Produkte, die das Haus verlassen, veredelt.

„Ich glaube, dass wir für die Zukunft in dem Markt, den wir bedienen, sehr gut aufgestellt sind und dass wir die Weichen ordentlich gestellt haben“, bilanzierte Pecher. Ein Fazit, das Anke Spoorendonk gefiel: „Denn die Druckerei ist ein wichtiger Arbeitgeber für Schleswig-Holstein.“

Angetan zeigte sich die Kulturministerin auch von den Lesungen, die CPI Clausen & Bosse laut Pecher regelmäßig in Kooperation mit der Nordsee-Akademie sowie der Lecker Bücherei auf die Beine stellt. Das Engagement sei ein gutes Beispiel dafür, dass Kultur nicht nur in den Zentren stattfinde. „Schleswig-Holstein ist ein Flächenland. Wir müssen auch in der Fläche präsent sein.“ Leck wäre ohne die Druckerei gar nicht denkbar. Spoorendonk: „Dass sie einen Kulturauftrag übernommen hat, das ist stark für die Region.“

Nach den lobenden Worten ließ sich die Ministerin die Produktionsstätten zeigen. Mit bei der Führung war auch Oke Sibbersen, Leiter der Nordsee-Akademie, der im Februar 2015 mit Anke Spoorendonk in seiner Einrichtung den ersten Kulturknotenpunkt in Schleswig-Holstein eröffnen konnte. Die Akademie hatte sich damals für die Region Nordfriesland/Nordschleswig beworben und den Zuschlag erhalten. „Die Kulturministerin steht uns nahe“, sagte Sibbersen und freute sich über den Besuch der Ministerin. „Für uns ist es schön, wenn sie kommt und sich über die Lage vor Ort informiert.“

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erstellt am 18.Jul.2016 | 13:53 Uhr

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