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Nordfriesland Tageblatt

09. Dezember 2016 | 04:55 Uhr

Unvergessliche Luft-Erlebnisse

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beim 30. Flugtag für Menschen mit Behinderungen in Leck hoben 120 Passagiere ab / Auch Rettungsfahrzeuge standen für Rundfahrten parat

Bei sonnigem Spätsommerwetter lud die Sportfluggruppe Leck zum bereits 30. „Flugtag für Menschen mit Behinderung“. Rund 80 Personen waren an der Gestaltung dieser Jubiläumsfeier aktiv beteiligt. Gut 200 Gäste hatten sich zu der deutsch-dänischen Veranstaltung angemeldet, es erschienen aber 420 Personen. 120 davon gönnten sich einen Rundflug, verteilt auf sechs Sportmaschinen: drei „Robin DR 400“, eine „Dornier 27“ und zwei „Cyrocopter“.

Die Piloten ermöglichten ihren Fluggästen das Erlebnis, ihren Heimatort und dessen nähere Umgebung einmal aus der Vogelperspektive aus zu betrachten. Dies löste besonders große Begeisterung aus, wenn die Flüge über das Wohngebiet ihrer Passagiere führten. Zudem waren wieder alle Organisationen, die sich die Rettung und Bergung von Menschen in Not zur Aufgabe gemacht haben oder für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständig sind, mit ihren Fahrzeugen vertreten. In diesen durften die Teilnehmer des Flugtags nach Herzenslust rasante Rundfahrten durch das Gelände unternehmen, wobei eingeschaltetes Blaulicht und gellende Martins-Hörner den Eindruck erweckten, es habe sich im nahen Umfeld der Fahrgäste etwas Aufregendes oder gar Katastrophales ereignet. Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes, Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Leck, Dienstwagen der örtlichen Polizei wie auch der Bundespolizei und private Motorräder mit Beiwagen wurden von den Gästen mit Begeisterung für Mitfahrgelegenheiten genutzt. Die Fahrer letzterer waren zum Teil – auf eigene Kosten – von weit her angereist, um interessierten Menschen mit Behinderung ohne Gage eine Freude zu bereiten.

Viele der Organisationen nutzten auch die Gelegenheit, ihre Arbeitsweise durch praktische Vorführungen zu demonstrieren. Der Rettungshubschrauber „Christoph Europa 5“ zeigte sich im Tiefflug am Himmel, war aber dienstlich verhindert, auf dem Festgelände zu landen. Wer es nicht so eilig hatte, durfte sich in der Oldie-Ausstellung des „Trecker-Clubs Bredstedt-Land“ umsehen, auf Wunsch auch auf einem der alten Traktoren eine Strecke mitfahren. Der älteste der Trecker-Dinos, ein Ackerschlepper der Marke „Stock“, stammte aus dem Jahr 1938. Mit von der Partie war auch wieder der gelbe Planwagen des Ingwert Andresen, der aber bei seinen Gruppenrundfahrten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst die Zügel führte. Er wurde für seine Jahrzehnte lange Mitwirkung an den Flugtagen besonders geehrt. Die Mini-Flugzeuge der Modellbaugruppe der Sportflieger lockten auch zahlreiche Zuschauer an – am Boden und in der Luft.

Harald Callsen, Vorsitzender der Sportfluggruppe, hielt einen Rückblick auf die Geschichte der Flugtage für Menschen mit Behinderung. Sein Dank galt allen Helfern und Sponsoren, ohne deren Leistungen ein Flugtag gar nicht möglich gewesen wäre. Dies gelte ganz besonders für den enormen Arbeitsaufwand des Hauptorganisators Uto Peschel, der bei den alljährlichen Events stets „alle Fäden in der Hand“ gehalten habe. „Ich hoffe, dass wir – nicht zuletzt durch das Engagement weiterer junger Leute – auch in Zukunft noch viele Flugtage für Menschen mit Behinderung durchführen können und diese Institution hier in Leck noch mindestens 30 weitere Jahre bestehen wird“, so Callsen.

Als 2. stellvertretender Landrat überbrachte Carsten-F. Sörensen (Stedesand) die Grüße des Kreises Nordfriesland und lobte: „Es ist beeindruckend, was hier auf die Beine gestellt wird und wie viele Einrichtungen hier mitmachen: Ein deutsch-dänischer Flugtag für Menschen mit Behinderung, der buchstäblich im Fluge doppelte Inklusion, also Einbeziehung, bewirkt.“ Für die Gemeinde Leck sprach Bürgermeister Andreas Deidert der Sportfluggruppe Lob und Anerkennung für deren 30-jähriges Bemühen um das Wohl der Menschen mit Behinderung aus. „Herzlichen Dank für euer ehrenamtliches Engagement.“

Zur Unterhaltung aller Feiernden trugen zunächst zwei Bands aus der Region bei: die Heavy-Metal-Group „Gods of Nothing“ und „Ulla und die Jungs“ aus Achtrup. Letztere hat sich ganz dem Rock mit deutschen Texten verschrieben. Beide Bands ließen es ordentlich „krachen“ und motivierten viele Gäste zu temperamentvollem Tanzen auf dem Rasen. Kai Christiansen als „DJ Oetzi“-Double schaffte es schließlich, mit tanzbarer Schlagermusik die Stimmung noch einmal anzufeuern und zu steigern.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 14:26 Uhr

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