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Nordfriesland Tageblatt

25. September 2016 | 12:34 Uhr

Rangierunfall : Triebwagen entgleist – hoher Schaden

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mehr als 30 000 Euro wird die Reparatur der Schienen und des Sylt-Shuttle-Anhängsels kosten / Drei ähnliche Zwischenfälle im Jahr 2015

Lautes Rumpeln, Quietschen und eine Erschütterung erschreckten am Montagabend Anwohner in der Nähe des Bahnhofs Niebüll. Gegen 21.30 Uhr war der Triebwagen des Sylt-Shuttle-Plus beim Umsetzen nach Gleis 4 mit einem Drehgestell entgleist. Fahrgäste befanden sich nicht im Zug. Zur Unfallursache ermittelt die Bundespolizei.

Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) brachten den Wagen wieder auf die Gleise. Von dort fuhr er noch in der Nacht zur Reparatur. Um 1.45 Uhr wurden die Gleise wieder für reguläre Zugfahrten freigegeben.

Bei dem Vorfall entstand allein an der Schieneninfrastruktur ein Schaden in Höhe von 30  000 Euro. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden 30 Schwellen, auf denen die Schienen befestigt sind, und eine Weiche beschädigt. Das Drehgestell des Triebwagens muss ebenfalls repariert werden. Die Weiche wurde bereits gestern in den Morgenstunden ausgebessert. Die Schwellen sollen in den kommenden Nächten an der Reihe sein.

Als „mittlerweile Routine“ bezeichnete Udo Petersen vom THW Niebüll das sogenannte „Eingleisen“ von Zügen mit Spezialtechnik, die wie ein Wagenheber funktioniert. Mehrere solcher Fälle bewältigen die Helfer im Auftrag der Bahn jedes Jahr in Schleswig-Holstein.

Erst vor einem Jahr hatte ein Rangierunfall den Autoreisezug von Niebüll nach Sylt lahmgelegt. Der Verkehr war mehrere Stunden unterbrochen. Mitte Juni mussten 130 Passagiere evakuiert werden, nachdem ein Zug auf dem Weg nach Dagebüll kurz vor Niebüll aus den Gleisen gerutscht war. An Bord waren unter anderem drei Schulklassen aus Hamburg. Die Deutsche Bahn und die Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll schoben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Ende Oktober kam es dann an einem Freitagabend bei einer Rangierfahrt zweier Loks des Sylt-Shuttles zur nächsten Entgleisung. Der Transport mit dem Autozug wurde bis zum folgenden Morgen unterbrochen.

Bereits 2010 hatte es ähnliche Zwischenfälle gegeben. Laut Experten werden diese in der Regel durch menschliche Fehler ausgelöst. Was konkret bei den drei Fällen im vergangenen Jahr schief lief, blieb gestern allerdings offen. Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Flensburg war am späten Nachmittag für eine Nachfrage zum Stand der Ermittlungen nicht mehr zu erreichen. Die Deutsche Bahn teilte lediglich mit, das Unternehmen prüfe die Fälle gemeinsam mit den Ermittlungsbehörden. Täglich gebe es im Bereich des Bahnhofs Niebüll rund 160 Zugfahrten sowie rund 250 Rangierfahrten. Von 2010 bis heute habe es durchschnittlich eine Entgleisung pro Jahr gegeben. „Dieses Verhältnis ist aus unserer Sicht sehr gering“, sagte eine Bahn-Sprecherin.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 06:15 Uhr

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