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Nordfriesland Tageblatt

08. Dezember 2016 | 21:15 Uhr

Tresor geknackt – Bikes gestohlen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eigentlich wollte Maik Krüger mit seinen Harley-Davidson-Maschinen zu einem Rennen fahren / Unbekannte klauten aber die Motorräder

Fest steht, dass es mehrere Täter gewesen sein müssen. Eine Person allein wäre gar nicht in der Lage gewesen, den aufwendigen Raub zu bewerkstelligen. Und Unternehmer Maik Krüger von „Thors-Reisen“ geht auch davon aus, dass es Profis waren. „Die sind systematisch vorgegangen“, ist der Lecker überzeugt. „Das macht niemand spontan und nebenbei.“

Unbekannte brachen am frühen Montagmorgen, 18. April, in seiner Firma ein. Als eine Stunde nach Mitternacht der letzte Fernbus des Busunternehmens zurückkam, war auf dem Gelände in der Flensburger Straße noch alles in Ordnung und ruhig. Um 5.30 Uhr entdeckte dann der Fahrdienstleiter ein aufstehendes Fenster am Gebäude mit heruntergerissener Jalousie.

Die Polizei wurde verständigt, seither ermitteln die Kriminalbeamten. Noch sind viele Fragen offen , und über den Tathergang kann nur spekuliert werden: Beamte fanden einen Fußball auf dem Grundstück des Betriebes, den die Täter eventuell nutzten, um die Reichweite der Alarmanlage sowie der Bewegungsmelder zu erkunden. Denn erst wurden sämtliche Außenlampen abgeklebt und die Sicherheitsanlage außer Betrieb gesetzt, bevor die Unbekannten dann durch ein Bürofenster ins Gebäude kamen. Dort entwendeten sie einen etwa 150 Kilogramm schweren Tresor, in dem Maik Krüger die Schlüssel für sämtliche Fahrzeuge seines Unternehmens aufbewahrt hatte.

Mit dem Stahlschrank fuhren sie entlang der B199 rund zwei Kilometer weiter zum Langenberger Forst, entluden ihn mitten im Wald und öffneten ihn gewaltsam. Krüger: „Dann waren sie so dreist und kehrten mit den Fahrzeugschlüsseln zurück und bedienten sich.“

Bargeld, aber auch fünf Motorräder sowie ein Wohnmobil (Marke Ford-Challenger) entwendeten die Täter – ein Gesamtschaden in Höhe von 130  000 Euro entstand. Die sogenannten Drag-Bikes, allesamt Harley-Davidson-Maschinen, standen in einer separaten Werkstatt. Vier davon gehörten Krüger. Derartige Motorräder sind für Wettkampfrennen gedacht und für den Straßenverkehr gar nicht zugelassen. Drag-Bikes haben großvolumige Motoren mit sehr hoher Leistung sowie auffallend breite Antriebsräder. „Das sind echte Liebhaberstücke. Jede Maschine von mir würde ich jederzeit wiedererkennen“, sagt der 49-Jährige. Ein Bike war selbst zusammengebaut, die anderen beiden gehörten zum Typ „Harley-Davidson Destroyer“, der ursprünglich nur für Händler gedacht war und von denen es daher weltweit gar nicht so viele Objekte gibt.

Wussten die Täter vielleicht gar nicht genau, was für spezielle Maschinen sie sich holten? Krüger: „Ob das Zufall war oder ob die Motorräder schon vorher ausgekundschaftet und bewusst ausgesucht worden waren, darüber will ich gar nicht spekulieren.“ Der Bestohlene geht aber davon aus, dass die Täter zumindest hier in der Region Schwierigkeiten haben werden, diese zu veräußern. „Die Dragster-Gemeinde ist wie eine große Familie, jeder weiß doch, wo die Maschinen hingehören.“

Eigentlich wollte Maik Krüger mit den Drag-Bikes zusammen mit seinem Race-Team an diesem Wochenende in Dänemark und am 15. Mai in Malmö an einem Wettkampf teilnehmen. Daraus wird nun nichts.

Ob die Fahrzeuge weggefahren oder abtransportiert wurden, steht nicht fest. Den aufgebrochenen Tresor zumindest hatten Spaziergänger noch am Montagnachmittag im Langenberger Forst gefunden. Krüger verärgert: „Ich hoffe nur, dass die gestohlenen Fahrzeuge gefunden werden und dann nicht so aussehen, wie der Tresor.“

Wer hat etwas beobachtet? Die Kriminalpolizei in Niebüll bittet um Hinweise zu dem Diebstahl unter der Telefonnummer 04661/40110.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 15:04 Uhr

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