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Nordfriesland Tageblatt

08. Dezember 2016 | 05:11 Uhr

Treibt ein Feuerteufel sein Unwesen?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Unbekannter setzt erneut Müllcontainer in Niebüll in Brand / Polizei ermittelt / Feuerwehrmann erleidet Herzinfarkt während des Einsatzes

Erneut brannten Mülltonnen in der Stadt. Nachdem die Feuerwehr vor ein paar Tagen bereits zur Begegnungsstätte ausrücken musste und wenige Tage später zur Friedrich-Paulsen-Schule, waren es Sonntagabend kurz nach 21 Uhr gleich zwei Adressen in der Hauptstraße. Im hinteren Bereich der Häuserfront des Café Kö, des Ladens der Schlachterei Beier und der Filiale der Takko Holding GmbH brannten Müllbehälter.

Wie viele es waren, war nicht mehr auszumachen, berichtete Gemeindewehrführer Uwe Mussack. Beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr Niebüll-Deezbüll hatten die Flammen bereits den Dachstuhl erreicht und breiteten sich in Richtung der Takko-Filiale aus. Weil es schwierig war, an die Flammen heranzukommen, öffneten die Kameraden der Wehr das Dach und hatten das Feuer danach schnell unter Kontrolle. Um in das Textilgeschäft zu gelangen, öffneten Einsatzkräfte die zum Parkplatz hinterm Gebäude führende Tür. Das Innere des Ladens war stark verqualmt, von erheblichem Wasserschaden einmal abgesehen.

Vom Feuer verschont blieben das Café Kö und der Laden der Schlachterei Beier. Die Leute in den Wohnungen über den gefährdeten Häusern waren vorsorglich evakuiert worden. Dank des raschen Zugriffs der Feuerwehr blieben die an der Hauptstraße 63 bis 65 gelegenen Gebäude unversehrt. Der Gemeindewehrführer schätzt den Wert der von den Flammen verschont geblieben Gebäudesubstanz auf mehrere Millionen – und den Schaden im Takko-Textilgeschäft auf mehrere Hunderttausend Euro.

Die Freiwillige Feuerwehr Niebüll-Deezbüll wurde gegen 21.40 Uhr alarmiert, kurz darauf auch die Ortswehren Langstoft und Lindholm. Vor Ort waren somit 100 Feuerwehrleute. Der Einsatz erstreckte sich bis in die gestrigen Morgenstunden und war erst gegen 3 Uhr früh beendet. Mit von der Partie waren das THW und der Rettungsdienst sowie Polizei. Die Kripo Niebüll hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Niebülls Kripochef Uwe Meyer: „Wir ermitteln in alle Richtungen – und können Brandstiftung nicht ausschließen.“ In der Stadt fragt man sich, ob womöglich ein Feuerteufel sein Unwesen treibt. Dreimal brennende Müllbehälter in so kurzer Zeit? Das kann doch kein Zufall sein.

Zu einem dramatischen Zwischenfall auf der Straße kam es während der Löscharbeiten. Im Einsatz brach einer der Feuerwehrkameraden hinter dem Löschfahrzeug plötzlich bewusstlos zusammen. Er erlitt einen Herzinfarkt und musste wiederbelebt werden. Seine Kameraden sowie der ebenfalls alarmierte Rettungsdienst leisteten sofort Erste Hilfe und reanimierten den Feuerwehrmann erfolgreich. Er wurde anschließend sofort ins Krankenhaus eingeliefert. „Glücklicherweise hat sich sein Gesundheitszustand aber schon gebessert“, zeigt sich Kreisbrandmeister Christian Albertsen erleichtert. Unter den Kameraden an der Einsatzstelle war die Betroffenheit groß.

Die Polizei selbst hofft nun auf Beobachtungen aus der Bevölkerung. Kurz vor einem der Brandausbrüche wurde von einer Zeugin eine auffällige Person gesehen. Personenbeschreibung: Der Mann sei etwa 170 Zentimeter groß gewesen und hätte eine dunkle Jacke getragen. Ob diese Person mit den Bränden in Zusammenhang steht, ist derzeit jedoch noch unklar. Die Kriminalpolizei Niebüll bittet: Wer zu den betroffenen Zeiten verdächtige Personen in der Hauptstraße gesehen hat oder weitere Hinweise geben kann, soll sich bei den Beamten unter 04661/40110 melden.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 10:26 Uhr

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