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Nordfriesland Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Südtonderns Geflügelhalter schützen sich vor dem H5N8-Virus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schutzanzüge gehören sonst nicht gerade zu den Artikeln, die im „Land- und Freizeitmarkt“ in Risum-Lindholm besonders häufig über den Verkaufstresen gehen. Seit aber Landwirtschaftsminister Robert Habeck am Mittwochabend mit Verbreitung der Vogelgrippe den Geflügelhaltern strenge Sicherheitsmaßnahmen auferlegte, ist das Regal, wo sonst etliche solcher Einweganzüge lagern, leer. „Vermutlich können auch erst Montag wieder welche nachgeliefert werden“, sagt Marktleiter Ingo Petersen.

Derartige Schutzkleidung bei Kontakt mit den Tieren ist inzwischen Pflicht – weshalb die Nachfrage steigt. Und so werden gestern auch zwei Risum-Lindholmer, die sich eigentlich für ihre Hühner ausrüsten wollten, an der Kasse des Landmarkts vorerst vertröstet. Das Ehepaar hält lediglich zwei Legehühner: „Mia“ und „Emma“, die üblicherweise frei laufen, nach Angaben der Besitzer schon fast zur Familie gehören, nun aber aufgestallt werden mussten. „Ein enormer Aufwand“, wie die Hobbyhühnerhalterin versichert. „Im Pferdestall haben wir nun für unsere zwei Hühner extra einen Verschlag gebaut, inklusive Stange, Heulage und Sandplatz. Das war viel Arbeit. Für uns ist das bis jetzt eine sehr anstrengende Woche.“

Dass die neuen Auflagen gerade für viele private Geflügelhalter nicht leicht zu bewerkstelligen sind, weiß Hans-Martin Slopianka. „Es stimmt: Die verschärften Hygienebestimmungen sind für Geflügelhalter mit Kleinstbeständen aufwendig und umständlich“, so der Pressesprecher des Kreises Nordfriesland. „Aber noch viel schlimmer wäre es, sie zu missachten und so die Ausbreitung dieser extrem aggressiven Variante der Geflügelpest zu erleichtern. Die Höhe des Risikos ist auch daran ablesbar, dass das Land bei Verstößen gegen die neue Verordnung mit einem enorm hohen Bußgeld von bis zu 30  000 Euro droht.“

Wolfgang Stapelfeldt vom Bauernverband betont ebenfalls die Wichtigkeit der Verordnung und ist zufrieden mit der Bereitschaft der Südtonderaner, diese auch einzuhalten. „Schließlich geht es nicht nur darum, das eigene Geflügel zu schützen, sondern die gesamten Bestände in der Region“, verdeutlicht er. Stapelfeldt ist froh, dass bislang noch keine infizierten Tiere in Nordfriesland gemeldet wurden, gibt jedoch zu bedenken, dass sich die Lage aufgrund der Aggressivität des H5N8-Virus jederzeit ändern könne.

Wer tote Vögel finde, solle diese auf keinen Fall anfassen, über den Fund aber unverzüglich Hans-Friedrich Andresen vom Amt Südtondern in Niebüll (Telefon 04661/601311) informieren. „Stapelfeldt: „Ohne Panik machen zu wollen: Die Vogelgrippe ist für den Menschen zwar nicht gefährlich, aber trotzdem keine Kleinigkeit.“

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erstellt am 18.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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