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Nordfriesland Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:20 Uhr

Süderlügum: Gerüchteküche eilt der Polizei voraus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zugezogene seien es gewesen. Ein Rentner mit seinem Sohn. Der Ältere habe sich regelmäßig in ein Café-Ecke eines örtlichen Supermarkts gesetzt und die Gespräche der Leute an den Nachbartischen belauscht. Sobald dort die Rede davon war, dass die Eigentümer eines Hauses beispielsweise auf Reisen gehen würden oder terminlich abkömmlich seien, hätten Vater & Sohn zugeschlagen. Der Mann habe seinen Sohn angerufen, ihn darüber informiert und dann zum Raubzug losgeschickt.

Glaubt man dem Gerücht, das aktuell in verschiedenen Varianten in der Gemeinde Süderlügum kolportiert wird, dann sind die Einbrüche, die Anfang des Jahres verstärkt in der Grenzgemeinde auftraten, inzwischen aufgeklärt. So weit, so gut – könnte man meinen. Der Haken an dieser Erfolgsmeldung jedoch ist, dass die Polizei sie abstreitet.

„Noch ist kein Täter gefasst“, heißt es mit Nachdruck von der Polizeidirektion Flensburg. Die Ermittlungen würden weiter laufen – immer noch in alle Richtungen. Weiterhin gehen die Polizeibeamten davon aus, dass die recht unterschiedlichen Vorgehensweisen bei den Einbrüchen ein Hinweis darauf sein könnten, dass nicht alle Taten von der selben Person oder Personengruppe begangen wurden. Vorstellbar wäre, dass für jene Einbrüche, bei den weniger fachkundig vorgegangen und kaum Diebesgut gemacht wurde, eher eine Person aus der Region verantwortlich sei. Die anderen Taten wiederum könnten das Werk einer professionellen Bande sein. Die Polizei hält sich jedoch mit einer konkreten Aussage zurück. „Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Ermittlungsgründen nicht mehr sagen können“, sagt Matthias Glamann, Pressesprecher bei der Polizeidirektion. „Die Kriminalpolizei verfolgt verschiedene Ermittlungsansätze, abhängig vom sich jeweils unterscheidenden modus operandi, der zum Beispiel für regionale oder auch überregionale Täterstrukturen spricht.“

Auch Süderlügums Bürgermeister Christian Magnus Petersen, dem ebenfalls das Gerücht zu Ohren kam, kann einen Tatverdacht nicht bestätigen und wundert sich darüber, wie detailreich das Gerede mittlerweile ist. „So viel kann man sagen: Die Trommeln funktionieren in der Gemeinde gut“, resümiert er. „Leider ohne, dass es dafür gesicherte Anhaltspunkte gibt.“

Dennoch fordern Polizei und Bürgermeister gleichermaßen die Bürger auf, weiterhin wachsam zu sein – mit dem Blick nicht nur aufs Eigenheim, sondern auch auf das Haus des Nachbarn. Wer etwas Verdächtiges bemerke, solle sich nicht scheuen, bei der Niebüller Polizei (04661/40110) anzurufen.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 12:33 Uhr

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