zur Navigation springen

Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2016 | 07:17 Uhr

Verbraucherinformation : Strompreis steigt durch Energiewende

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Stadt- und Gemeindewerke erhöhen die Preise: Ab Januar müssen größere Haushalte rund 3,50 Euro pro Monat mehr zahlen.

Gute und schlechte Nachrichten für die Kunden der beiden nordfriesischen Energieversorger in Niebüll und Leck. Im kommenden Jahr sinken die Gaspreise deutlich – aber die Strompreise steigen.

Im Klartext bedeutet dies, dass eine Familie, die in einem Einfamilienhaus oder in einer größeren Mietwohnung lebt, rund 3,50 Euro mehr pro Monat für ihren Strom zahlen muss. Auf das gesamte Jahr bezogen belaufen sich die Mehrkosten damit auf rund 40 Euro im Jahr.

Dabei ist laut Rüdiger Wiese, Geschäftsführer der Stadt- und Gemeindewerke, der reine Strompreis eigentlich sogar gesunken. „Er macht aber nur etwa 20 Prozent der Rechnung aus“, erklärt Wiese.

Grund für den Anstieg ist weiterhin die Energiewende – und dabei nicht nur das Energie-Einspeise-Gesetz (EEG), sondern die massiv gestiegenen Entgelte für das Stromnetz. „Beim Strom ist zwar die EEG-Umlage um 0,63 Cent pro Kilowattstunde brutto gestiegen“, erklärt Rüdiger Wiese. Diesen Anstieg hätten die Stadt- und Gemeindewerke jedoch durch einen verbesserten Einkauf nahezu ausgleichen können. Der Ausbau des Leitungsnetzes verursacht hingegen hohe Kosten, verbunden mit einem drastischen Anstieg der Entschädigungsleistungen für abgeschaltete Wind- und Photovoltaikanlagen im Norden. Von 2016 auf 2017 steigen die sogenannten Netzentgelte je nach Netzgebiet zwischen 13 und 20 Prozent. Diese Mehrkosten sind aber nicht in Leck oder Niebüll entstanden, sondern vollständig im vorgelagerten Übertragungsnetz, also im Bereich der großen Leitungen mit 110000 bis 380000 Volt.

Der Netzausbau sei noch lange nicht abgeschlossen, gibt Wiese zu bedenken. „Wir brauchen eine gleichmäßige Kostenverteilung über das ganze Bundesgebiet und keine einseitige Belastung im Norden“, fordert er. „Dort, wo die großen Einspeiser aus Wind, Sonne und Biogas stehen – nämlich vor allem im Norden – wird ein Großteil der Kosten auch auf die Kunden im ländlichen Bereich umgelegt. Und das darf nicht sein.“ Schließlich finde die Energiewende auch beispielsweise in Dresden, Berlin und München statt. „Die Kosten für den Netzausbau müssen gemeinsam geschultert werden“, betont Wiese und setzt damit auf einen bundesweiten Ausgleich. „Gleiche Strompreise in Stadt und Land!“

Bis solche Maßnahmen womöglich jedoch ergriffen sind, werden die Haushalte in Südtondern höher belastet. „Die Kostensteigerung aus EEG-Umlage und Netzentgelten in Höhe von 1,6 bis 2,5 Cent pro Kilowattstunde müssen wir zumindest teilweise doch an unsere Kunden weitergeben“, so Wiese weiter.

Im Gasbereich sieht es dagegen viel freundlicher aus. Im Zuge der weltweiten gesunkenen Preise für Kohle und Öl sind auch die Börsenpreise für Erdgas gefallen. „Diese Vorteile beim Bezug von Erdgas geben wir komplett an unsere Kunden weiter“, erläutert der Geschäftsführer. So können die Kunden der Stadt- und Gemeindewerke mit einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einer Einsparung von rund 90 bis 120 Euro pro Jahr 2017 rechnen.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Nov.2016 | 06:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen