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Nordfriesland Tageblatt

08. Dezember 2016 | 03:03 Uhr

Pro Radfahrer : Stadt erarbeitet Konzept für Radfahrer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Dialog: Niebülls Bürger sollen angeregt werden, Problemstellen zu benennen und Verbesserungsvorschläge für den Radverkehr einzubringen.

Die Stadt soll nicht nur fußgängerfreundlich, sondern auch fahrradfreundlich werden. In Abstimmung der Fraktionen und der Verwaltung startet jetzt ein Prozess, um ein langfristiges Konzept zu entwickeln und dieses im Dialog mit breiter Bürgerbeteiligung umsetzen.

Der Antrag der SPD zur fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt war im Mai mit Zustimmung des SSW in der Stadtvertretung angenommen worden. Als erster Schritt soll nach der Sommerpause zwischen den Fraktionen eine gemeinsame Zielvereinbarung erstellt werden.

„Der Ausbau geht bereits voran“, erklärt Bürgermeister Wilfried Bockholt dazu und verweist auf entsprechende Wegverbindungen. So sei der Westersteig als verkehrsberuhigte Zone ein bevorzugter Radweg parallel zur Hauptstraße. Neu sei der Anschluss des B5-Radwegs an das Gewerbegebiet Ost und damit für Radler in Richtung Niebüller Innenstadt eine Alternative. Die Asphaltierung des Bahnseitenwegs an der Kleinbahnlinie gehöre wie die Beleuchtung im Friesenweg ebenfalls zu bereits umgesetzten Verbesserungen.

Dennoch gibt es einiges zu tun. Die SPD-Fraktion strebt daher zu diesem Thema eine breite Bürgerbeteiligung an. „Niebüller sind die eigentlichen Experten – jedenfalls, was das Wissen um ihre täglichen Routen betrifft. Sie können ihre persönlichen Rad- und Fußwege beurteilen, Problemstellen und Verbesserungsvorschläge benennen“, erklärt Holger Jessen, Vorsitzender des Bauausschusses.

Das Interesse ist da – immer mehr Niebüller steigen auf das Rad oder E-Bikes um. Mittlerweile hat die SPD erste Anregungen aus der Bevölkerung bekommen: So schlägt ein Bürger einheitliche Wegweiser mit Blick auf innerörtliche Ziele aber auch Ziele im Umland vor. Wichtig sei es, so ein anderer Bürger, attraktive Anbindungen von den Außenbezirken in die Innenstadt und Gewerbegebiete zu schaffen. Im Fokus der breiten Debatte steht aber auch das Thema Sicherheit: so bei den Schulwegen für Kinder oder beim Radeln in der Innenstadt. Gewünscht werden zudem zentrale Radabstellplätze mit verschließbaren Fahrradboxen.

Die CDU hat zum Thema Radverkehr viele Anregungen bei ihren Marktgesprächen erhalten, die Erkenntnisse können in die Debatte miteinfließen. „Gewünscht wird beispielsweise eine bessere Markierung der Wege“, so der CDU-Ortsvorsitzende Andreas Kusserow. Problematisch sei das Befahren der Bürgersteige in der Hauptstraße – gerade bei entgegenkommenden Autos für Radfahrer oftmals „die letzte Rettung“. Als weiterer Knackpunkt zählt der oft überfüllte Radabstellplatz am Bahnhof. Hier könnte die vom Bürgermeister vorgeschlagene Abstellanlage weiterhelfen.

Zunächst will die Politik jedoch laut Stadtvertretungsbeschluss eine Annäherung an die Vision „fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt“ durch Erstellung einer konkreten Zielvereinbarung erreichen. Um Fehler zu vermeiden, sollen gemäß Antrag Best-practice-Beispiele aus fahrradfreundlichen Städten (wie Münster) vorgestellt werden. „Eine externe Expertise sollte eingeholt werden“, so Holger Jessen.

Um die Bürgerbeteiligung voranzutreiben, wird es eine Ideenschmiede im Rahmen eines „Niebüller Verkehrstags“ mit Moderation und Unterhaltungsprogramm geben. Wann die Verkehrstage stattfinden sollen, ist noch nicht festgelegt.

Der Zeitablauf sieht weiter vor, dass nach Sichtung der Ideen aus der Experten- und Bürgerbeteiligung in einer Expertenrunde Prioritäten gesetzt werden. Dieses Gremium der Stadtvertretung soll alle Ideen prüfen im Hinblick auf ein Fußgänger- und Fahrrad-Verkehrskonzept mit einer Kostenermittlung durch die Verwaltung. Im weiteren Ablauf folgt dann eine ausführliche Beratung und Beschlussempfehlung in den Fachausschüssen, bevor die Stadtvertretung endgültig beschließt und Haushaltsmittel bereitstellt, eventuell auf mehrere Jahre verteilt.

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erstellt am 29.Aug.2016 | 11:28 Uhr

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